Hoch über der Gemeinde Dill im Hunsrück trohnt die Ruine der Dillburg. Erbaut im 11. Jahrhundert, fiel sie Ende des 17. Jahrhunderts wie so viele Burgen in der Region den französischen Erbfolgekriegen zum Opfer und wurde zerstört. Der größte, noch erhaltene Teil der einstigen Oberburg sind die drei Mauern des viergschossigen Wohnbaus. Darunter gelegen und ebenfalls noch sichtbar findet sich ein Tonnengewölbe. Vom einstigen Bergfried sind heute nur noch die Grundmauern erhalten.
Weitere Infos und Bilder gibt es hier…
Öffnungszeiten: Die Burgruine kann durchgehend besichtigt werden
Spaß für die ganze Familie: ★★★★ (Eintauchen in eine mittelalterliche, längst vergangene Welt? Das ist ein Entdeckerspaß für Groß und Klein.)
Barrierefrei: 🙁 (Mit dem Rollstuhl gelangt man hier leider nicht so leicht hin.)
Kinderwagen: ☺(Möglich, wenn auch nicht all zu bequem zu erreichen.)
Haustiere: Hunde sind hier erlaubt
Kontakt / Link: Freundeskreis Burg Dill e.V. – Dill Hunsrück
Mail: Freundeskreis-Burg-Dill@Gemeinde-Dill.de
Parken: Ist im Ort möglich, beispielsweise am Einstieg zur Traumschleife.
Good-to-know: Im Juni 2025 (Plandatum 20.-22.06.2025) wird wieder ein Ritterturnier nebst Lager und Markt in Dill stattfinden. Seid gespannt auf eine Reise zurück ins Mittelalter. Weitere Infos findet ihr hier.
Tipps: In Dill startet auch die Traumschleife Diller Burgpfad. Teil dieser 11,3 km langen Runde ist auch der Elfenpfad, eine liebevoll gestaltete Wegstrecke voller kleiner magischer Bewohner.
Weitere Informationen:
Die Ruine der Burg Dill ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten und ein faszinierendes Ziel für Geschichtsbegeisterte, Wanderer und Abenteurer gleichermaßen. Die imposanten Mauerreste dieser Spornburg erzählen Geschichten aus Jahrhunderten, in denen Ritter, Grafen und Krieger die Region prägten. Heute bietet die Burg nicht nur einen beeindruckenden Einblick in die mittelalterliche Geschichte, sondern auch einen atemberaubenden Ausblick auf die Landschaft des Rhein-Hunsrück-Kreises in Rheinland-Pfalz.

Die Ursprünge der Burg reichen vermutlich bis ins 11. Jahrhundert zurück. Wahrscheinlich wurde sie auf den Resten einer noch älteren römischen oder keltischen Anlage errichtet. Ihr Erbauer soll Adalbert von Dill, Graf von Mörsberg aus der Grafschaft Sponheim, gewesen sein. Mit ihrer strategisch günstigen Lage auf einem Bergsporn bot sie Schutz und Kontrolle über das Umland.
Ein bedeutsames Ereignis in der Geschichte der Burg war die Heirat von Mechthild von Mörsberg mit Meginhard von Sponheim im Jahr 1124. Diese Verbindung brachte die Burg in den Besitz der einflussreichen Sponheimer Grafen, die fortan das Gebiet zwischen Nahe und Mosel kontrollierten.

Im Laufe der Jahrhunderte erlebte Burg Dill mehrere Besitzerwechsel und wurde als Witwensitz sowie als Residenz für Nebenlinien der Herrscherfamilien genutzt. Die politische Zersplitterung der Grafschaft Sponheim führte dazu, dass Dill und die benachbarte Burg Sponheim lange Zeit gemeinsamer Besitz blieben. Auf vielen Informationstafeln ist die bewegte Geschichte der Burg und ihrer Bewohner nachzuvollziehen.

Doch das Schicksal der Burg nahm im Pfälzischen Erbfolgekrieg eine dramatische Wendung: 1697 wurde sie von französischen Truppen unter dem berüchtigten Mestre de Camp Melac zerstört. Während das Dorf Dill von der Verwüstung verschont blieb, hinterließ der Angriff die Burg als Ruine. Erst zwischen 1966 und 1970 wurden erste Sicherungsmaßnahmen an den verbliebenen Mauern durchgeführt, um den Zerfall zu stoppen.
Trotz ihrer Zerstörung lassen die erhaltenen Mauerreste noch immer die einstige Größe der Burg erahnen. Der höchste Punkt der Anlage ist die Kernburg im Norden. Dort erhebt sich der rechteckige, viergeschossige Wohnbau, der einst 19 Meter hoch war. Drei Seitenwände sind bis heute erhalten, während die Ostwand fehlt. Besonders interessant ist ein noch sichtbarer Aborterker an der Nordwand sowie die teilweise erhaltenen tonnenförmigen Kellergewölbe.

Ein weiteres bemerkenswertes Detail ist die Fischgrätenmauerung der Ringmauerreste. Diese spezielle Bautechnik ist ein eindrucksvolles Beispiel mittelalterlicher Handwerkskunst.
Auf der Fläche der östlich gelegenen Niederburg stehen heute eine evangelische Kirche, ein als Ferienhaus umgebautes Brunnenhaus und ein modernes Wohnhaus. Von der westlichen und südlichen Vorburg sind nur noch Grundmauerreste erhalten, die teilweise als Gartenfläche genutzt werden.
Die Geschichte von Dill ist eng mit der Burg verbunden. Um mehr Bewohner in die Stadt zu locken, verlieh der Graf den Menschen dort zahlreiche Vorrechte: Die Leibeigenschaft wurde aufgehoben, und den Stadtbewohnern wurde das Recht auf Grundbesitz gewährt. Der Grundsatz „Stadtluft macht frei“ lockte nicht nur freie Bürger an, sondern bot auch ländlichen Hörigen die Möglichkeit, in der Stadt ein neues Leben als freie Menschen zu beginnen.
Handel und Wirtschaft florierten durch die Einführung von Wochen- und Jahrmärkten. Doch mit den Rechten kamen auch Pflichten: Die Bewohner mussten die Stadt bewachen, sich an der Verteidigung beteiligen und an Kriegszügen der Grafen mitwirken. Zudem war jede Familie verpflichtet, sich an der Instandhaltung der Stadtmauern, Tore, Brücken und Türme zu beteiligen.

Seit 2020 befindet sich die Burgruine in Gemeindebesitz, sodass zukünftig weitere Restaurierungsarbeiten und Veranstaltungen stattfinden könnten.
Burg Dill ist ein echter Geheimtipp für alle, die in Rheinland-Pfalz historische Stätten entdecken wollen. Ihre spannende Geschichte, die beeindruckenden Ruinen und die herrliche Natur machen sie zu einem perfekten Ausflugsziel für Wanderer, Kulturinteressierte und Familien. Also, auf zur Burg Dill – ein Ort voller Geschichte und Abenteuer wartet darauf, erkundet zu werden!


