Bewegt man sich entlang der Mosel, so fallen einem unweigerlich immer wieder seltsame Gebilde ins Auge: Sei es in Vorgärten oder bei Weingütern, an Wanderwegen oder am Moselufer.
Es handelt sich dabei um alte Weinkeltern, die heute zumeist als Dekoration dienen und nicht mehr in Betrieb sind. Den Begriff des Kelterns gibt es natürlich nach wie vor. Er leitet sich vom lateinischen Wort calcare ab, das die frühere Art den Saft aus den Trauben zu pressen beschreibt: mit den Füßen treten. Doch durch verschiedene Geräte und Hilfsmittel wurde dieser Vorgang des Kelterns technisiert, weiterentwickelt und letztlich auch immer weiter modernisiert – der Grund, warum heute auch die vielen alten Keltern nicht mehr in Betrieb sind.
Es handelt sich bei ihnen um die sogenannten Spindelkeltern. In den hölzernen, hier mit Metallringen eingefassten Presskorb wurden die Trauben hinein gegeben. Durch Herabsenken des oben sichtbaren Stempels wurde Druck erzeugt, bis sich der Traubensaft schließlich unten im Pressbett sammelte und durch die Rinnen abgeleitet wurde.
Die heutigen moderneren Keltern arbeiten stattdessen mit Druckluft. Gut für uns, so können wir uns beim Spazieren gehen an ihren älteren Artgenossen erfreuen. Ein besonders altes Anschauungsobjekt ist übrigens die Altrömische Kelteranlage in Brauneberg.
