Trier – Die älteste Stadt Deutschlands

„ANTE ROMAM TREVERIS STETIT ANNIS MILLE TRECENTIS. PERSTET ET AETERNA PACE FRUATUR.“ – „Vor Rom stand Trier tausenddreihundert Jahre. Möge es weiter bestehen und sich eines ewigen Friedens erfreuen.“ So ist es auf dem Roten Haus am Trierer Hauptmarkt zu lesen. Kein Wunder also, dass Trier seit jeher Bewunderer aus nah und fern anzieht. Zahlreiche Zeitzeugen der Römerzeit sind hier schon lange als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet. Ob mit dem Bus, auf eigene Faust zu Fuß oder aber mit einer der vielen Erlebnisführungen: Die Stadt zieht einen unweigerlich in ihren Bann und entführt einen zwischen Kaufhäusern und Cafés doch immer wieder in längst vergangene Zeiten.

Weitere Infos gibt es hier…

Spaß für die ganze Familie: Hier wird der kleine Forscher in jedem Kind geweckt. Dass Geschichte nicht immer staubtrocken sein muss, kann man beispielsweise bei einer Erlebnisführung mit einem echten Römer oder Gladiator erfahren. Nähere Infos gibt es hier.

Barrierefrei: 🙂 (Der Weg durch die Stadt ist gut mit dem Rollstuhl zus bewältigen. Zwar ist der Boden teils uneben, doch überall finden sich Rampen und Wege, um die Sehenswürdigkeiten ungehindert erreichen zu können.)

Kontakt / Link: http://www.trier.de/Startseite/

Öffnungszeiten Touristen-Information: Die Tourist-Information findet sich unter dem Namen Trier Tourismus und Marketing GmbH (ttm) in der  Simeonstraße 60. Die Öffnungszeiten sind über das Jahr unterschiedlich und sind hier nachzulesen.

Good-to-know: Wer sich schon länger mit der Idee trägt nach Trier zu fahren und nicht einen Spontantrip macht, für den empfiehlt es sich eine Stadtführung zu buchen oder vorab Termine für Führungen nachzulesen und sich einer solchen anzuschließen. Informationen zu Angeboten gibt es hier.

Tipps:  Für einen guten Überblick empfiehlt es sich neben dem Amphitheater die Straße den Petrisberg hinauf zu nehmen. Hier stößt man auf eine kleine Ausbuchtung auf der rechten Seite, oberhalb der Weinberge. Von dieser Aussichtsplattform hat man einen tollen Blick auf die Stadt und auf den Tafeln sind sogar die einzelnen Bauwerke erklärt, die man von hier erkennen kann.

Ausführliche Informationen:

Es ist nicht möglich Trier in seiner Gesamtheit an nur einem Tag zu erkunden und zu würdigen. Ebenso wenig wird es mir gelingen in diesem Blog alle Sehenswürdigkeiten von Trier zu erfassen. Daher präsentiere ich ein paar Appetit-Häppchen, so bleibt es auch bis zuletzt spannend, was man als Besucher selber noch so alles entdeckt 😉

Starten wir unseren Rundgang an der Porta Nigra, denn hier findet sich auch die Touristinformation der Stadt und somit gleich eine Anlaufstelle für alle Fragen und Wünsche rund um die Stadt.

Das bekannteste Trier Bauwerk und gleichzeitig Wahrzeichen ist die Porta Nigra, eines der ehemaligen Stadttore von Trier. © Stephanie Zang

Bereits 3000 v. Chr. lebten in dieser Region die ersten Menschen. Das damalige Gebiet der Kelten wurde  letztlich von Gaius Julius Caesar in den gallischen Kriegen 58-50 v. Chr. erobert. Durch den römischen Kaiser Augustus wurde schließlich Trier (Augusta Treverorum), später Treveris (die Stadt von Augustus im Land der Treverer = nordkeltischer Stamm) gegründet, welches bereits zu Römerzeiten eine Stadt und nicht nur eine Siedlung war. Seit 1986 sind 8 Gebäude zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt worden: Amphitheater, Barbarathermen, Kaiserthermen, Konstantinbasilika, Porta Nigra, Römerbrücke, Trierer Dom, Liebfrauenkirche und die Igeler Säule.

Die Porta Nigra war als Nördliches Stadttor Teil der 6,5 km langen und teils bis zu 8 m hohen und 4 m starken Stadtmauer, die Trier im 2. Jh. n. Chr. umgab. Was man heutiger Betrachtung kaum glauben mag: Das ‚Schwarze Tor‘ wurde ursprünglich aus weiße Sandstein erbaut und dunkelte über die Jahrhunderte immer weiter nach, was dem ursprünglichen ‚Mainzer Tor‘ schließlich seinen heutigen Namen einbrachte. Manche der Steine wiegen 6 Tonnen, gelegt wurden sie ohne Mörtel, nur durch ihr Gewicht und durch Eisenstangen gehalten. Diese wurden jedoch nach und nach gestohlen.

Weiter geht es die Fußgängerzone entlang, mit der Porta Nigra im Rücken um Dreikönigshaus auf der linken Seite.

Das Dreikönigshaus lohnt es sich genau anzuschauen… auffällig ist die Eingangstür im ersten Stockwerk, die nur über eine Leiter zu erreichen war. © Stephanie Zang

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1230 und wurde somit im Stil der Romanik und Gothik erbaut.  Sein aktuelles Aussehen erhielt das Gebäude  durch den Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg, als es, wie die meisten Häuser der Trierer Innenstadt zerstört wurde. Erst 1970 wurde dieses Schmuckstück wieder hergerichtet. Seinen Namen verdankt es übrigens einem Bild im Inneren, welches die ‚Epiphanie‘, also die Erscheinung bzw. die Ankunft von Jesus auf Erden und die Drei Könige, die ihm die Ehre erweisen, darstellt.

Weiter führt uns der Weg in Richtung Marktplatz und hier zu drei Weiteren ‚Überlebenden‘ der Zerstörungen des 2. Weltkrieges.

Drei seltene Schmuckstücke finden sich nahe dem Hauptmarkt. Da in Trier dank der Römer die meisten Häuser aus Stein gebaut wurden, gibt es hier nur wenig Fachwerk zu bewundern. Diese Häuser stammen aus dem 17. Jh. © Stephanie Zang

Drei Fachwerkhäuser aus den Jahren 1602 und 1604 drängen sich hier dicht aneinander. Ein kleines Tor führt hier in die Judengasse, das ‚Ghetto‘ für die jüdische Bevölkerung bis ins 15. Jh., als sie die Stadt verlassen mussten. Bereits in der Römezeit wurden Juden und andere Minderheiten unterdrückt und durch Verbote und Auflagen vom normalen Stadtleben ausgegrenzt. Hinter dieser Häuserfront  fand sich daher etwas versteckt das Zentrum des jüdischen Lebens im Mittelalter, bestehend aus etwa 60 Häuser und einer Synagoge.

Nun geht es wenige Schritte weiter direkt auf den Marktplatz.

Im Jahr 958 erhielt Trier das Marktrecht. Auf dem Hauptmarkt ist noch heute das Marktkreuz zu sehen. Er wurde zum Zentrum der mittelalterlichen Stadt. © Stephanie Zang

Wichtiger Dreh- und Angelpunkt für das STADTleben in Trier war das Marktkreuz. Dieses  Zeichen, dass Trier das Recht gab Markt zu halten, erhielt der Trierer Erzbischof Heinrich von Otto dem Großen . Eine  alte römische Säule aus Granit dient als Basis. Der Hauptmarkt war  ab dem 10. Jh. das Zentrum der Stadt und ist es noch heute.

Der Brunnen St. Peter stammt aus dem Jahr 1595 und ist dem Schutzpatron der Stadt, dem Heiligen Peter gewidmet, der sich auch im Wappen Triers wiederfindet. © Stephanie Zang

Nahe dem Marktkreuz findet sich der Brunnen  des Heiligen St. Peter, dem Schutzpatron der Stadt.  Der Brunnen war eine Antwort der Erzbischöfe auf die bürgerliche ‚Steipe‚ ( deutsches Wort für Säule), ein Gebäude direkt gegenüber der Straße zum Dom. Dieses 1430 erbaute Haus für Feierlichkeiten zeigt an seiner Außenfassade die Figuren der Heiligen St. Peter, St. Helena, St. Jakobus den Großen und St. Paul. Darüber stehen Männer in Rüstung – Ritter, die größere sind, als die Heiligen. Kampfbereit, mit gesenktem Visier schauen sie direkt in Richtung Dom, als Provokation für die dort herrschenden Bischöfe und als Symbol für die Freiheit der Trier Bürger. Die vier Figuren am Brunnen wiederum zeigen die Tugenden der Kardinäle: Gerechtigkeit, Gemäßigtheit/Geduld, Besonnenheit, Tapferkeit.

Ebenso durch den selbstbewussten Mittelstand erbaut finden sich hinter den Häusern, die den Markt säumen die Türme der 1459 erbauten Marktkirche St. Gangolf.

Wenden wir uns nun also den Bischöfen und damit dem Dom zu Trier zu.

Der Trierer Dom wurde um 340 auf den Grundfesten einer römischen Villa errichtet und beherbergt heute den ‚Heiligen Rock‘, eine Reliquie, die ein Gewand Jesu sein soll. © Stephanie Zang

In seiner vollen Pracht steht er nur eine Seitenstraße entfernt. Auf den Grundfesten einer römischen Villa errichtet ist er mit einem im Jahre 340 n. Chr. datierten Baubeginn Deutschlands älteste Bischofskirche. Die Granitsäulen, die das Dach des Doms einst trugen, wurden im 6. Jh. ausgetausch. Eine findet sich als sagenumwobener Domstein direkt neben dem Eingangsportal und ist ein beliebtes Fotomotiv. Der einstige Bischof Maximin soll beim Umbau der Kirche den Teufel ausgetrickst haben, der aus Wut die Säule auf die Kirche schleuderte, diese jedoch um Haaresbreite verfehlte. Zudem beherbergt der Dom eine heilige Reliquie, den  ‚Hl. Rock‘, der durch Helena, die Mutter eines Kaisers hier her gebracht. Er soll von Jesus selbst getragen worden sein. Seit dem Mittelalter kommen viele Pilger hierher, um die Tunika zu sehen, die im Rahmen der ‚Heilig-Rock-Tage‘ immer mal wieder für begrenzte Zeit ausgestellt wird.

Unweit des Domes findet sich zudem eine Replike des Neumagener Weinschiffes.

Das Neumagener Weinschiff… © Stephanie Zang

Weiter führt uns der Weg zwischen den Häusern hindurch zur Konstantin Basilika.

Die große Konstantinbasilika wurde einst als Audienzhalle der Kaiser im 4. Jahrhundert erbaut. Heute ist sie unter anderem ein beliebter Konzertsaal. © Stephanie Zang

30 Meter hoch und breit, 70 Meter lang ist dieses Gebäude die größte Halle ohne Säulen nördlich der Alpen. Im 4. Jh. n. Chr. erbaut, war sie ohnehin eine der größten Hallen überhaupt zu dieser Zeit, überdacht von einem sich selbst tragenden Gewölbe aus Holzbalken. Doch die Erbauer ließen sich noch einen besonderen Kniff im Sinne einer optischen Täuschung einfallen: Die 7 Meter hohen Fenster vom Eingang weg kleiner, wodurch der Eindruck einer noch größeren Entfernung entsteht. Die ‚Kirche des Erlösers‘, wie die Basilika auch genannt wurde, wurde nach ihrer Zerstörung, die nur eine einzelne Wand und die Apsis überstanden, wieder neu aufgebaut.

Hinter der Basilika findet sich eine prunkvolle Parkanlage. Das Kurfürstliche Palais wurde von Lothar von Metternicht 1615 errichtet. Die Außenfassade unterlag einem stetigen Wandel, bis es im 19. Jh. schließlich seine heutige Rockokofassade erhielt. In dem großen Palastgarten kann man herrlich lustwandeln, verweilen und die mythischen Skulpturen und antiken Gottheiten bewundern. Wer sich fragt, warum das Palais asymmetrisch ist: Der linke Flügel fehlt, da sonst der Zugang zur Basilika versperrt wäre. Lange Zeit standen beide Gebäude nie gleichzeitig in intaktem Zustand, letztlich wurde dieser Kompromiss geschlossen.

Gegenüber der Basilika, auf der anderen Straßenseite, führt uns der Weg weiter zum Kornmarkt mit seinem Rokkokobrunnen aus dem Jahr 1750, welcher ebenfalls von Johannes Seiz errichtet wurde, der als Architekt auf für das Palais verantwortlich war. Auf dem 11 Meter hohen Brunnen sind die vier Jahreszeiten zu erkennen.

Wenden wir uns von hier wieder nach rechts die Straße hinunter, so kommen wir zurück zum Hauptmarkt und dem Roten Haus, auf dem sich der eingangs erwähnte lateinische Spruch über das Alter der Stadt finden lässt. Das Gebäude selbst wurde 1684 erbaut und 1968 nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wieder errichtet.

Weitere sehenswerte Bauwerke in Trier sind sicherlich die Kaiserthermen, die Barbarathermen, das Amphitheater, die Römerbrücke und die Kranen direkt an der Mosel, sowie das Geburtshaus von Karl Marx. Zu all diesen empfiehlt es sich aber mit dem Auto zu fahren.

Ein Gedanke zu „Trier – Die älteste Stadt Deutschlands“

  1. Hallo szengel , von mir noch ein tipp.
    Sollte man zur Mittagszeit hunger bekommen
    so ist der besuch der Polizeikantine am Stadtbad eine möglichkeit. Das Hochhaus
    durch den Haupteingang betreten dann im Fahrstuhl auf 7 schon ist man oben.
    Herrliche Aussicht und günstiges essen.
    Grüße step-han

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