Mitten im Hunsrück, unweit des Flughafens Hahn und eingebettet zwischen Feldern, Wäldern und sanften Hügeln, liegt ein Ort, der eine besondere Bedeutung für das Land Rheinland-Pfalz trägt: Bärenbach. Seit 1982 darf sich der Ort im Rhein-Hunsrück-Kreis nach mehreren Berechnungen ganz offiziell als geografischer Mittelpunkt des Bundeslandes bezeichnen.
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Am 1. Dezember 1982 erklärte der damalige Ministerpräsident Bernhard Vogel den Ort Bärenbach im Hunsrück zum Mittelpunkt von Rheinland-Pfalz. Grundlage war eine Untersuchung des Landesamts für Vermessung und Geobasisinformation, das mit verschiedenen Methoden – von der einfachen Flächenwaage bis zur digitalen Schwerpunktberechnung – den genauen Punkt bestimmte:
49° 57′ 18,5″ nördliche Breite, 7° 18′ 37,5″ östliche Länge.
Seit der feierlichen Einweihung im Juli 1983 markiert ein Findling mit Gedenkplatte diesen symbolischen Ort am Waldrand – etwa 600 Meter nördlich des Dorfes und nur zwei Kilometer vom Flughafen Frankfurt-Hahn entfernt.

Doch Bärenbach ist nicht nur geografisch bedeutsam, sondern auch historisch interessant. Bereits 1103 erstmals urkundlich erwähnt, gehörte der Ort ab 1301 zum Reichslehen des Grafen Eberhard von Sponheim-Kreuznach, gemeinsam mit dem benachbarten Sohren. Nachdem die Sponheimer die Siedlung vollständig übernommen hatten, wurde Bärenbach dem Amt Kirchberg zugeordnet. Im Jahr 1600 teilten sich mehrere Adelige die Zehntrechte: die Junker von Wiltberg, Gerhard Patrik, Landschreiber von Kreuznach, und die Herren von Bellenhofen. Die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes zeigt sich ebenfalls: Die Gemeinde besaß Holzrechte im Wald Schwarzerstrut, was damals ein wertvolles Gut war.
In den Jahrhunderten wechselte die Herrschaft mehrfach. Während der französischen Besatzung nach 1794 gehörte Bärenbach zum Rhein-Mosel-Departement, später zum Königreich Preußen, und seit der Gründung des Landes Rheinland-Pfalz 1946 ist der Ort Teil der heutigen politischen Struktur. Heute zählt Bärenbach rund 450 Einwohner und gehört zur Verbandsgemeinde Kirchberg.

Trotz seiner überschaubaren Größe trägt der Ort eine zentrale symbolische Bedeutung für Rheinland-Pfalz und lädt Besucher dazu ein, nicht nur auf der Landkarte, sondern auch vor Ort den Mittelpunkt des Landes zum Beispiel bei einer Radtour oder Wanderung über den nahen Saar-Hunsrück-Steig zu erleben.
Wahlweise lohnt auch ein Besuch des nahen Flughafen Hahn, wo man die Maschinen bei Start und Landung beobachten oder selber in die Ferne reisen kann.






