Hangviadukt bei Pünderich

Wer durch das malerische Moseltal reist, begegnet immer wieder beeindruckenden Bauwerken, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Eines davon ist der Pündericher Hangviadukt, ein architektonisches Juwel und zugleich der längste Hangviadukt Deutschlands. Mit seinen 92 Bögen und einer Länge von 786 Metern zieht er Eisenbahnliebhaber, Wanderer und Fotografen gleichermaßen in seinen Bann. Wie durch ein kleines Wunder überlebte es nahezu unbeschadet die Bombardierungen gegen Endes des Zweiten Weltkrieges.

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Der Bau des Viadukts begann im Jahr 1877 als Teil der Moselstrecke, einer damals insbesondere für den florierenden Weinhandel wichtigen Eisenbahnverbindung entlang des Flusses. Die imposante Konstruktion wurde innerhalb von drei Jahren fertiggestellt und 1880 feierlich eingeweiht. Besonders bemerkenswert: Das Mauerwerk besteht aus 19.000 Kubikmetern Bruch- und Ziegelsteinen, die aus nahegelegenen Steinbrüchen und Ziegeleien geliefert wurden.

Hier geht es hinein in den Prinzenkopftunnel. © Stephanie Zang

Doch das Bauwerk blieb nicht von historischen Ereignissen verschont. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs sprengten deutsche Truppen vier Bögen des Viadukts während ihres Rückzugs. Dank harter Arbeit und dem Einsatz dienstverpflichteter Arbeitskräfte konnte die Brücke bis 1947 vollständig wiederhergestellt werden. Heute ist sie ein Symbol für Widerstandsfähigkeit und technisches Können vergangener Zeiten.

So thront das Viadukt auch heute noch etwa zehn Meter hoch über der Landschaft und beeindruckt mit seinen symmetrischen Rundbögen, die sich über die sanften Hänge der Mosel erstrecken. Direkt am nördlichen Ende beginnt der Prinzenkopftunnel, der die Moselbahn weiter durch die Hänge führt. Besonders spektakulär ist die Ansicht vom gegenüberliegenden Moselufer aus, wo sich der Viadukt in seiner vollen Länge erstreckt und eine malerische Kulisse mit den Weinbergen im Hintergrund bildet.

Am Moselufer in Pünderich hat man den direkten Blick auf das Viadukt, das in seinem Verlauf der Moselschleife folgt. © Stephanie Zang

Auch Wanderer kommen hier auf ihre Kosten: Der Moselsteig führt in der Nähe des Bauwerks entlang und bietet spektakuläre Ausblicke auf die Landschaft und das historische Viadukt. Wer sich für die Eisenbahngeschichte interessiert, dem dürfte zudem der nahegelegene Kaiser Willhelm Tunnel nicht unbekannt sein, der zu seiner Eröffnung 1988 der längste Eisenbahntunnel Deutschlands war. Und auch die Doppelstockbrücke, die bei Bullay über die Mosel führt, ist eine der wenigen ihrer Art, auf der auf zwei Ebenen gleichermaßen Autos und Eisenbahn verkehren.

Das Viadukt ist nicht nur ein wichtiges Bindeglied für den Zugverkehr, sondern auch ein beliebtes Motiv für Fotografen. Besonders während spezieller Anlässe, wie den Feierlichkeiten zum 175. Geburtstag der deutschen Eisenbahn im Jahr 2010, als das Viadukt beleuchtet wurde, entfaltet sich seine volle Pracht.

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