Manchmal entdecken wir auch einfach so im Vorbeifahren Bauwerke oder Orte, deren Besonderheit uns vielleicht auf den ersten Blick gar nicht klar ist. Wer kennt beispielsweise diese einzigartige Moselbrücke bei Bullay?
Diese Doppelstockbrücke war die erste ihrer Art in Deutschland und wurde 1875 erbaut. Neben einer Flussquerung für den Eisenbahnverkehr – damals relevant im Zuge der Kanonenbahn, einer militärstrategischen Eisenbanhverbindung zwischen Berlin und Metz – können hier eine Etage tiefer auch Autos die Mosel überqueren.
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Mit zunehmendem Bahnverkehr wurde sie Ende der 20er Jahre verstärkt und umgebaut. Nur wenige Jahre später, 1945 wurde die Brücke bei einem Luftangriff zerstört aber 1947 wieder aufgebaut. Inzwischen steht sie unter Denkmalschutz und ist nach wie vor eine einzigartige Besonderheit unter den Moselbrücken und auch eine Seltenheit in ganz Deutschland. Einzig die Bahnstrecke Finnentrop-Freudenberg in Nordrhein-Westfalen im Tal der Bigge kann ebenfalls zwei doppelstöckige Brücken vorweisen.
Der Bahnverkehr war in der Vergangenheit ein wichtiger Motor für den Weinhandel an der Mosel, ebenso wie deren Schiffbarmachung. Auf diesem Wege konnten in früheren Zeiten die schweren Fuderfässer bequem transportiert werden, was zuvor nur auf Fuhrwerken möglich war. Es trug zum florierenden Weinhandel in der Region bei.

Die Moselstrecke wurde ab 1874 gebaut. Sie erstreckt sich von Trier bis Koblenz. Neben der eigentlichen Moselstrecke gibt es ab Bullay zudem eine Stichstrecke , die an einem Sackbahnhof in Traben-Trarbach endet.
Neben der Doppelstrockbrücke finden sich noch andere Besonderheiten, wie etwa das längste Hangviadukt einer deutschen Eisenbahnstrecke bei Pünderich mit einer Gesamtlänge von 786 Metern. Die Gewölbereihenbrücke hat 92 Öffnungen und ist von der Straße entlang der Mosel aus immer wieder gut zu sehen.
Übrigens gab es in von 1903 bis 1962 noch eine weitere Bahnverbindung, rechts der Mosel gelegen, die den Spitznamen „Saufbähnchen“ trug. Neben Gütertransport konnte man sich hier in den Personenwagen auch ausführlich der Weinverköstigung widmen. Mit ihren 38 Haltestellen war sie zudem das ideale Transportmittel um etwa nach einem ausschweifenden Weinfest in einem der vielen Moselorte bequem zurück zum Heimatort zu gelangen, auch wenn dies bei einer Geschwindigkeit von ca. 40 mk/h einige Zeit in Anspruch nehmen konnte.