Kloster Machern

Zwischen Weinbergen und der glitzernden Mosel liegt das ehemalige Kloster Machern – ein Ort, an dem Geschichte, Kultur und Genuss aufeinandertreffen. Einst ein Zisterzienserinnenkloster, heute ein lebendiges Ausflugsziel mit Brauhaus, Weinkeller, Museum und barocker Kapelle. Ob für einen Spaziergang, als Ziel einer Moselschifffahrt, eine Feier oder einfach zum Verweilen im Biergarten – Kloster Machern verbindet historischen Charme mit moselländischer Lebensfreude und ist ein Muss für jeden, der die Region besucht.

Weitere Infos und Bilder gibt es hier…

Wer an die Mosel reist, denkt zuerst an Weinberge, Fachwerkhäuser und Riesling. Doch gleich gegenüber von Zeltingen-Rachtig, eingebettet zwischen Weinreben und Fluss, wartet ein besonderer Ort voller Ruhe und Geschichte: das Kloster Machern.

Bei Sonne, leckerem Essen und Wein (oder Bier) lässt es sich im Garten des Kloster-Brauhauses gut aushalten. © Stephanie Zang

Schon bei der Anfahrt, wenn man über die Moselbrücke blickt, fällt die helle Barockfassade des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters ins Auge. Zwischen alten Mauern und satten grünen Wiesen versprüht das mächtige Anwesen Andacht und Nostalgie, aber auch Zusammenkunft und Lebensfreude.

Das Kloster Machern blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. Um 1230 gegründet und der Abtei Himmerod unterstellt, war es einst Heimat adeliger Zisterzienserinnen, die hier Wein anbauten, beteten und arbeiteten. Unter der Äbtissin Maria Ursula von Metternich erlebte das Kloster im späten 17. Jahrhundert seine Blütezeit – und erhielt das barocke Erscheinungsbild, das noch heute beeindruckt.

Doch die Geschichte war nicht immer gnädig: Nach der Säkularisation im Jahr 1802 verfiel die Anlage zusehends, diente zeitweise als Scheune und viele ihrer Kunstschätze gingen verloren. Erst ab den 1970er Jahren begann die aufwendige Restaurierung, die das Kloster in neuem Glanz erstrahlen ließ – heute ist es ein Ort, an dem sich Historie, Handwerk und Gastfreundschaft begegnen.

Wie wurde in früheren Zeiten die Trauben gepresst, gekeltert, Wein hergestellt? Ein Stück Moselgeschichte ist auch hier erlebbar. © Stephanie Zang

Was das Kloster Machern dabei so besonders macht, ist seine lebendige und vielfältige Nutzung – ein Stück gelebte Geschichte:

Die Klosterbrauerei serviert hauseigene Biere, die man im Brauhaus oder im sonnigen Innenhof genießen kann – besonders im Sommer ein Highlight.

Seit 2004 gibt es die Klosterbrauerei im Kloster Machern, die pro Jahr ca 2500 l Bier herstellt, das man im Klosterbrauhaus verkosten oder auch zur Mitnahme hier erwerben kann . © Stephanie Zang

Das Weinbistro im Innenhof lädt zum Verweilen bei kleinen Speisen oder einem Eis ein. Bei einem Besuch in Weinkeller und Destille findet sich sicher ein edler Tropfen als Andenken oder Mitbringsel für die Lieben zuhause.

Wer traut sich hinab unter das mächtige Gemäuer? Nur keine Scheu, hier gibt es einiges zu entdecken… © Stephanie Zang
Zum Beispiel allerlei Leckereien, von Likören über Honig hin zu Brotaufstrichen oder ganz klassisch: Moselwein . © Stephanie Zang

Das Spielzeug- und Ikonenmuseum bietet zwei liebevoll kuratierte Sammlungen: historisches Spielzeug aus dem 19. Jahrhundert und über 200 Ikonen aus Osteuropa – ein kleiner Schatz für Kulturfreunde. Hier findet sich auch eine kleine Sammlung von 60 Märchenbüchern, die zum Verweilen und gemeinsamen oder Vorlesen einlädt.

Das Spielzeugmuseum lohnt sich sowohl für große, als auch kleine Besucher. Zudem finden sich hier immer wieder themenbezogene und zeitlich begrenzte Sonderausstellungen – ein Vorab-Blick auf die Homepage zu aktuellen Projekten lohnt sich also immer. © Stephanie Zang
Wer sich für Ikonografie interessiert kommt im Kloster Machern ebenfalls auf seine Kosten – eine Privatsammlung von Ikonen und Sakralgegenstände des orthodoxen Christentums aus Russland, Äthiopien und den Balkanländern ist hier dauerhaft ausgestellt. © Stephanie Zang

Die Corneliuskapelle mit ihrem prachtvollen Hochaltar ist nicht nur architektonisch ein Juwel, sondern auch ein beliebter Ort für Hochzeiten. Ebenso lädt der barocke Konzertsaal immer wieder zu schönen Musikabenden ein.

Zwischen den Gebäuden lädt der barocke Klostergarten zum Flanieren ein – besonders im Frühjahr, wenn die ersten Blumen blühen und die Mosel in der Sonne glitzert. Hier gibt es zu verschiedenen Terminen auch Führungen, bei denen man – lustwandelnd zwischen Rosen und Kräutern – mehr über die Geschichte des Klosters, seiner Bewohnerinnen und seinen Garten erfahren kann.

Bei schönem Wetter sollte man unbedingt einen Spaziergang durch den Park unternehmen. Hierbei kann man auch die ganz nah auf den Moselwiesen landenden Gleitschirmflieger beobachten.
Wer mit dem Schiff an- und abreist nimmt ebenfalls den Weg durch das satte Grün, um zum Kloster zu gelangen . © Stephanie Zang
Hier lässt es sich zu jeder Tageszeit gut aushalten, zumal jeder Stand der Sonne ein anderes, besonderes Licht zaubert. © Stephanie Zang

Wer ein paar Stunden hier verbringt, merkt schnell: Kloster Machern ist kein Museum, sondern ein Ort zum Erleben. Ob man im Biergarten sitzt, durch den Garten spaziert oder einfach nur den Blick über den Fluss schweifen lässt – hier verliert die Zeit ihre Eile. Wer sich etwas genauer mit der Geschichte dieses Ortes befassen will, findet hier eine kurze und lange Version der bewegten Vergangenheit dieses beeindruckenden Anwesens.

Fazit

Kloster Machern ist ein Ort, der Geschichte nicht verstauben lässt, sondern sie mit Leben füllt: Hier treffen jahrhundertealte Mauern auf handgebrautes Bier, barocke Kunst auf moselländische Gemütlichkeit – ein perfekter Zwischenstopp auf jeder Moselreise.

Egal, ob man nur auf ein kühles Glas im Innenhof vorbeischaut oder sich tiefer auf die Geschichte einlässt: Kloster Machern schenkt einem das, was man an der Mosel am meisten sucht – Ruhe, Genuss und eine kleine Zeitreise.

Öffnungszeiten: Die Gastronomie, das Museum und der Biergarten sind saisonal geöffnet – aktuelle Zeiten finden sich auf der offiziellen Website.

Im Sommer ist der Biergarten gut besucht, in der kühleren Jahreszeit bevorzugen die Gäste ihre Speisen und Getränke im Brauhaus einzunehmen. © Stephanie Zang

Spaß für die ganze Familie: ★★★★ (Insbesondere Spielzeugmuseum und Klosterpark sind etwas, das auch die Kleinen mit leuchtenden Augen erkunden.)

Barrierefrei:☺ Große Teile der Anlage sind barrierefrei zugänglich. Dazu gibt es auch einen eigenen Lageplan für Personen im Rollstuhl.

Kinderwagen: ☺ Auch mit dem Kinderwagen ist das meiste gut zu erreichen.

Haustiere: Hunde sind hier erlaubt.

Kontakt: info@klostermachern.de

Adresse: Kloster Machern, 54470 Bernkastel-Wehlen (gegenüber von Zeltingen-Rachtig)

Parken: Kostenlose Parkplätze finden sich direkt am Gelände

Good-to-know: Immer wieder gibt es in der näheren Umgebung des Klosters Marktwochenende oder Weinfeste in der Region, mit denen man einen Besuch hier kombinieren kann – Kloster Machern liegt ideal, um Kultur und Kulinarik zu verbinden. Vielleicht lässt sich ein Besuch hier auch mit einer Schifffahrt auf der Mosel verbinden. Zudem bietet eine Etappe des Moselsteigs in der Nähe spektakuläre Aussichten über Fluss, Reben und Tal.

Tipps: Setzt euch am späten Nachmittag mit einem Glas Moselwein an die Mauer beim Garten. Wenn die Sonne langsam hinter den Weinbergen versinkt, wird die ganze Anlage in ein goldenes Licht getaucht – ein Moment, den man nicht so schnell vergisst. Und wer doch lieber ein kühles Bier haben möchte, dem hilft ein Automat der besonderen Art weiter.

Niemand da, Brauhaus und Brauerei geschlossen? Kein Problem, auf ein Bier von der Mosel muss man dank dieses praktischen Bierautomaten dennoch nicht verzichten. Entsprechende – moseltypischer Pendants mit Wein finden sich beispielsweise gar nicht weit weg am Moselufer in Ürzig. © Stephanie Zang

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