Die Zisterzienserabtei Himmerod in der Eifel wurde in den Jahren 1134/35 durch den Abt Bernhard von Clairvaux gegründet. Lange Zeit überdauerte sie die Irrungen und Wirrungen der Jahrhunderte, bis das Kloster im 19. Jh. unter Napoleon aufgelöst wurde. Als Steinbruch genutzt verfiel die Kirche nach und nach, bis 1922 Mönche der Abtei Marienstatt im Westerwald das Kloster neu gründeten und aufbauten. Noch heute leben Mönche in dem altehrwürdigen Gebäude, in der dazugehörigen alten Mühle ist mittlerweile ein Museum eingerichtet worden. Zudem finden sich hier eine Gaststätte, eine Buch- und Kunsthandlung, Erlebnispfade und ein Gästehaus. Wechselnde Veranstaltungen wie die „Nacht des Gebets“ oder Orgelkonzerte locken zahlreiche Gäste nach Himmerod und auch schon manches Brautpaar hat sich in den beeindruckenden Barock-Gewölben das Ja-Wort gegeben,
Ausführlichere Informationen finden sich unten.
Fahrzeit: 45 Minuten
Eintritt: frei
Öffnungszeiten: Werktags: 09.00 – 11.30, 14.30 – 17.00 Uhr,
Samstags: 09.00 – 11.30 Uhr
Messezeiten: Übersicht.
Spaß für die ganze Familie: ★★★★ (Auf dem Gelände des Klosters findet sich ein kleiner Spielplatz. Zudem sind der Bienenlehrpfad und das alte Mühlenmuseum lehrreich und zugleich mit Spaß und manchen Entdeckungen verbunden.)
Barrierefrei:☺(Auch mit Rollstuhl oder Rollator sind das Gelände und die Kirche gut zu begehen.)
Kinderwagen: ☺(Mit Kinderwagen kann man das Gelände problemlos erkunden.)
Haustiere: Hunde sind hier erlaubt.
Kontakt / Link: http://abteihimmerod.de/abtei-zisterzienser-kloster-himmerod_eifel-mosel/ oder Mail an abtei@himmerod.net
Koordinaten: 50°1′40″N, 6°45′24″O
Navigation: Karte.
Parken: Parken ist vor den Toren des Klosters möglich. Während man die Kirche bereits linker Hand liegen sieht, kann man ebenfalls links auf einen Parkplatz vor der Klostermauer fahren. Etwa 100 Meter weiter folgt ein größerer Parkplatz auf der rechten Seite, den auch Busse anfahren können. Alle Parkplätze sind kostenfrei.
Good-to-know: Ein Rundgang über die Anlage lohnt sich. Neben ruhigen Fleckchen zur Entspannung, kann man dabei auch zum Beispiel die alte Mühle besuchen, in der Klosterbäckerei ein Brot oder neben der Mühle frische Forellen kaufen und auch einen Bienenlehrpfad gibt es hier.
Tipps: In der Klosterschenke kann man vorzüglichen Kuchen mit einer Tasse Kaffee genießen. Außerdem sollte mans ich vorher informieren, ob vielleicht gerade ein Gottesdienst oder ein Konzert in der Kirche ansteht, denn sie hat eine unvergleichliche Akkustik – ein Erlebnis, das man nicht versäumen sollte.
Ausführliche Informationen:
Das Kloster Himmerod war und ist noch immer ein Kloster des Zisterzienserordens. Aufgrund der günstigen Lage im warmen Tal der Salm, war die Wahl des Abt Bernhard von Clairvaux im 12. Jh. auf diese Region als idealen Ort für den Bau eines neuen Klosters gefallen. Unter ihm breitete sich der Zisterzienserorden in den darauffolgenden Jahren über ganz Europa aus. Damals war Himmerod das 14. Zisterzienserkloster, das errichtet wurde.
Über die Jahre wuchs der Reichtum und Einfluss des Klosters. Insbesondere an Grundbesitz nahm es rasant zu, sodass im 13. Jh. sogar eine Begrenzung der Anzahl an Mönchen durch das Mutterkloster in Clairvaux vorgegeben wurde.1189 wurde das Tochterkloster Heisterbach in Nordrhein-Westfalen gegründet. Im Jahr 1509 wurde dem Kloster eine besondere Ehre zuteil, als Papst Leo X. den Himmeroder Äbten die bischöflichen Insignien verlieh.
Über die Jahrhunderte wurde das Kloster mehrere Male zerstört. Insbesondere im Dreißigjährigen Krieg wurde die Abtei geplündert und verwüstet. Dennoch hielten die Äbte an ihrem Kloster fest und begannen, den andauernden Kämpfen zum Trotz, das Kloster unermüdlich wieder aufzubauen. Die heutige Barockkirche stammt jedoch aus dem 18. Jh. und wurde – nach erneuter Zerstörung und Verfall im Zuge der Säkularisierung unter Napoleon – 1950 nach dem alten Vorbild wiedererrichtet.
Historische Bedeutung erlangte das Kloster ebenfalls in den 50er Jahren, als sich hier im Auftrag von Kanzler Adenauer ehemalige deutsche Wehrmachtsoffiziere trafen und die Himmeroder Denkschrift verfassten. Vor dem Hintergrund des Koreakrieges war vom Europarat die Bildung einer europäischen Armee mit deutscher Beteiligung geplant worden. Die Modalitäten einer solchen Wiederbewaffnung und Beteiligung der Deutschen wurden durch die Experten bei ihrer Zusammenkunft in Himmerod diskutiert und die Ergebnisse letztlich zur Himmeroder Denkschrift zusammengefasst – unter anderem die Basis der späteren Aufnahme Deutschlands in die NATO.
Noch heute wohnen im Kloster Mönche, deren beeindruckende Gesänge den großen Hallenbau während der Messen erfüllen. Aus den alten Zeiten stammen auch Fischerei- und Mühlenbetrieb sowie Bäckerei und Obstwiesen. Einst konnten sich die Bewohner des Klosters so eigenständig versorgen. Noch heute wird das Gelände von der aus dem 14. Jh. stammenden Klausurmauer eingefasst. Die alte Mühle ist inzwischen ein Museum, der Fischereibetrieb eingestellt. Dennoch gibt es hier ab und an frischen Fisch zu kaufen. Und auch einen weiteren, modernen Schritt in Richtung Selbstständigkeit hat das Kloster in den letzten Jahren gewagt und bezieht seither seinen Strom aus Solarenergie.
Heute findet man im Kloster auch Abgeschiedenheit und Ruhe, sei es bei einem Spaziergang im Klostergarten oder bei einer Woche der Einkehr als Gast im Exerzitienhaus. Auch für Trauungen ist die beeindruckende Kirche eine gern genommene Kulisse. Dank Klosterschenke, eigenem Klosterladen und zahlreichen Konzert- oder anderen Veranstaltungsangeboten, ist das Kloster aber Tag für Tag auch voller Leben und bietet mit Bienenlehrpfad und Mühlenmuseum vielfache Möglichkeiten einen abwechslungsreichen Tag hier zu verbringen.






