Wolfer Kloster (Liebfrauenkirche)

„Erstlich ist unsere Kirche auf dem luftigen Berg erbaut, der Patron der Kirche ist die gebenedeite und glorwürdigste Jungfrau…“, so steht es in den Annalen des „Wolfer Klosters“ geschrieben. Hoch oben auf dem Berg über der Moselschleife bei Wolf findet sich die Ruine, die mancher Gast, der erstmals die Mosel bereist auf den ersten Blick für die Trarbacher Grevenburg halten mag. Doch das Gemäuer auf dem Wolfer  Göckelberg war mitnichten eine Burg, sondern vielmehr die ansehnliche Wolfer Liebfrauenkirche – eine der ältesten Pfarrkirchen im Moseltal. Heute lädt die Ruine mit ihrer wunderbaren Aussicht über die Moselschleife die Wanderer zu einer Rast in ihrem angenehm kühlen Schatten ein.

Ausführliche Informationen finden sich weiter unten…

Fahrzeit: Etwa 10 Minuten fahren, dann 10 Minuten laufen, den Berg hinauf.

Eintritt: frei

Öffnungszeiten:  dauerhaft

Spaß für die ganze Familie: ★★(Bei der Wanderung den Berg hinauf kann man wunderbar durch Wald und Weinberge tollen, auch die Aussicht ist ein Erlebnis für die ganze Familie. Doch kann man derzeit leider die Klosterruine aufgrund von Einsturzgefahr nicht mehr begehen, insofern wird der Spaß für die Kleinen etwas gemindert. Doch ein leckeres Picknick im Schatten der Mauern kann da sicherlich nochmal einiges rausreißen:D).

Barrierefrei: (Mit dem Rollstuhl kommt man hier leider nicht hinauf, wenn auch durch die Weinberge recht nah heran.)

Kinderwagen: ☺ (Einen Kinderwagen sollte man durchaus den Weg hinaufgeschoben bekommen.)

Haustiere: Hunde sind hier erlaubt.

Kontakt / Link: Homepage oder Telefon: 06541 -812126.

Koordinaten: 49°97’36.04“N, 7°09’09.84“E

Navigation: Karte.

Parken: Parken kann man bei diesen Koordinaten im Wald: 49°97’21.31“N, 7°09’49.70“E. Von hier aus ist das Kloster immer in Sichtweite und per pedes zu erreichen. Es geht jedoch nochmal ordentlich den Berg hinauf.

Good-to-know: Eine der Theorien um den Kröver Nacktarsch rührt von dem Wolfer Kloster her. So sollen sich die Mönche hier gewundert haben, wie ein solch kahler Berg, der aussehe wie ‚ein nackter Arsch‘ (gemeint war der Kröver Rebhang am gegenüberliegenden Moselufer) einen solch vorzüglichen Wein hervorbringen könne. So entstand der Kröver Nacktarsch… zumindest in dieser Legende, doch es ranken sich noch viele andere Geschichten um ihn.

Tipps: Der Ort Wolf am Fuße des Berges lädt mit zahlreichen Cafés und Restaurants dazu ein die Wanderung zum Wolfer Kloster bei einem leckeren Kaffee, Eis oder herzhaften Essen ausklingen zu lassen. Direkt an der Mosel finden sich viele Parkplätze. Zu Fuß kann man von hier aus in Ruhe nach einem schönen Plätzchen suchen.

Ausführliche Informationen:

Auf dem Göckelsberg oberhalb von Wolf findet sich die Ruine einer der ältesten Pfarrkirchen im Bereich des Moseltals. Der Bau der einstigen Liebfrauenkirche wird auf das 12.-13. Jahrhundert datiert.  Sie soll in ihrer burgartigen Lage auf den Ruinen einer spätrömischen Höhenbefestigung errichtet worden sein. Ihre erste urkundliche Erwähnung findet die Kirche im Jahr 1255.  Diese war an die Schenkung der Kirche an das Kloster Machern, etwas weiter moselaufwärts, geknüpft. Im Verlauf erfreute sich die Kirche der Unterstützung des Grafengeschlechts der Sponheimer, welche laut den Aufzeichnungen großzügige Gönner gewesen sein sollen und nicht zuletzt zahlreiche Altäre stifteten – so zum Beispiel den Johannisaltar von Graf Johann III., der die Trarbacher Grevenburg bewohnte. So vermochte die Kirche in der Folge nicht nur einen Priester, sondern auch fünf Altaristen zu ernähren. Unter den Geistlichen kam es jedoch zu Streitigkeiten, sodass die Landsherren entschieden das Kloster 1478 der Windesheimer Kongregation (Fraterherren) anzuschließen.  Somit wurde es zum Filialort der „Brüder vom Gemeinsamen Leben“ des Hauses Butzbach/Hessen.

In den folgenden Jahren wuchs das Kloster nach anfänglicher Startschwierigkeiten der „Brüder vom Gemeinsamen Leben“ immer weiter heran, wurde um in den Fels geschlagene Keller, weitere Klostergebäude sowie eine Kapelle erweitert und schließlich sogar ummauert. Dies alles nutzte dem Kloster jedoch wenig, als sich die Sponheimer Grafen zur Reformation bekannten, und im Jahr 1560 das Kloster auflösten. Das nicht unerhebliche Vermögen wurde in dem Herrschaftsgebiet der Hinteren Sponheimer Grafschaft an Schulen und Kirchen verteilt.

Zwar behielt die Kirche ihr Pfarrrecht, was dazu führte, dass in  den folgenden Jahrzehnten immer mal wieder Gottesdienste in ihr abgehalten wurden, doch verfiel das Gebäude über die Jahre mehr und mehr. So wurde 1685 schließlich eine neue Kirche unten im Ort errichtet und die alte nur noch als Steinbruch genutzt.

Heute ist das Kloster weitgehend zerstört, war es doch ab dem 17. Jh. dem Verfall anheimgegeben und wurde auch als Steinbruch genutzt. In vielen alten Häusern der Ortschaft Wolf dürften sich Steine des Klosters in ihren Mauern finden. Einst aus einem zweischiffigen Langhaus mit Chor und einem romanischen Westturm bestehend finden sich heute nur noch wenige Überreste und Mauern erhalten. Diese sind derzeit aufgrund von Einsturzgefahr leider nur von außen zu besichtigen, bieten aber dennoch eine eindrucksvolle Kulisse, die das Ausmaß der einstigen Kirche als ‚Krone‘ oben auf dem Berg erahnen lässt.

Bereits aus den Weinbergen ist die Ruine des Klosters oben auf dem Berg zu sehen. © Stephanie Zang
Bereits aus den Weinbergen ist die Ruine des Klosters oben auf dem Berg zu sehen. © Stephanie Zang
Noch heute lassen die Ruinen die einstige Größe der Liebfrauenkirche bzw. des späteren Wolfer Klosters erahnen. © Stephanie Zang
Noch heute lassen die Ruinen die einstige Größe der Liebfrauenkirche bzw. des späteren Wolfer Klosters erahnen. © Stephanie Zang
Leider kann man die Ruinen aktuell nur von außen bewundern. © Stephanie Zang
Leider kann man die Ruinen aktuell nur von außen bewundern. © Stephanie Zang
Wer den Aufstieg zum Kloster geschafft hat, kann sich an der wunderbaren Aussicht erfreuen. © Stephanie Zang
Wer den Aufstieg zum Kloster geschafft hat, kann sich an der wunderbaren Aussicht erfreuen. © Stephanie Zang
Auf dem Weg trifft man an Sonnentagen auch den einen oder anderen kleinen Wegbegleiter © Stephanie Zang
Auf dem Weg trifft man an Sonnentagen auch den einen oder anderen kleinen Wegbegleiter © Stephanie Zang
Auch die Überreste eines einstigen Turmes finden sich heute noch oben auf dem Göckelsberg. © Stephanie Zang
Auch die Überreste eines einstigen Turmes finden sich heute noch oben auf dem Göckelsberg. © Stephanie Zang
Die Wege zu den Aussichtsstellen rund um die Ruine sind teils auf sehr abenteuerlichen Wegen zu erreichen. © Stephanie Zang
Die Wege zu den Aussichtsstellen rund um die Ruine sind teils auf sehr abenteuerlichen Wegen zu erreichen. © Stephanie Zang
Ein wunderbarer Blick ins Tal bietet sich den Wanderern hier oben. © Stephanie Zang
Ein wunderbarer Blick ins Tal bietet sich den Wanderern hier oben. © Stephanie Zang

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