Mosel-Wein-Nachts-Markt

Im Jahr 2011/12 ließen sich die Bewohner der Doppelstadt Traben-Trarbach etwas cleveres einfallen: Warum nicht die vielen unterirdischen Keller, die Zeugen des einst florierenden Weinhandels, für einen regenfesten und urig romantischen unterirdischen Wein-Nachts-Markt nutzen? Gesagt, getan. Was mit einem einzelnen Markt-Keller unter dem jetzigen Hotel Moselschlösschen und einem Ausstellungskeller sowie vielen Konzerten begann, wuchs in den folgenden Jahren zu einem wahren Publikumsmagneten heran. Inzwischen verteilt sich der „Mosel-Wein-Nachts-Markt“ auf ganze fünf großen Kelleranlagen (einschließlich dem Museumskeller unter der Brücke), einer Schlittschuhbahn, wechselnden Ausstellungen im Alten Bahnhof Traben und und und… Ein Besuch an der Mosel, gerade in der Weihnachtszeit lohnt also in jedem Fall. Und das Beste: Wem die Vorweihnachtszeit einfach zu stressig ist: Der Markt ist bis in den Januar hinein geöffnet.

Herzlich Willkommen. Ist der Markt geöffnet, strahlen nicht nur unterirdisch die Lichter... © Stephanie Zang
Herzlich Willkommen. Ist der Markt geöffnet, strahlen nicht nur unterirdisch die Lichter… © Stephanie Zang

Herzlich Willkommen in Traben-Trarbach an der Mosel. Herzlich Willkommen zum „Mosel-Wein-Nachts-Markt“. Vor mehr als 100 Jahren waren die Traben-Trarbacher Weinkeller noch Lager für viele Millionen Liter Rebensaft. Über die Jahre ließen Kriege und andere Irrungen und Wirrungen die Nachfrage nach Wein sinken, die Keller wurden stillgelegt und gerieten in Vergessenheit.

Doch in den letzten Jahren wurden viele von ihnen wiederentdeckt – die Traben-Trarbacher Unterweltführungen wurden ins Leben gerufen und locken seither zahlreiche Menschen (und nicht nur Weinliebhaber) an die Mosel. Wie oft wurde der romantische Kerzenschein in den alten Gewölben gelobt, obgleich vor mehr als hundert Jahren die Arbeiter im Keller froh waren das elektrische Licht zu bekommen. Und dennoch: Im Schein der warmen Lichter wirken die Keller am Schönsten – Perfekt also als Kulisse für einen Wein-Nachts-Markt.

In den Parkbuchten des alten Moselschlösschen-Weinkellers stehen sonst die Autos der Gäste. Vor 100 Jahren lagerten hier die Weinfässer. Zum Mosel-Wein-Nachts-Markt finden sich hier überall festlich geschmückte Stände. © Stephanie Zang
In den Parkbuchten des alten Moselschlösschen-Weinkellers stehen sonst die Autos der Gäste. Vor 100 Jahren lagerten hier die Weinfässer. Zum Mosel-Wein-Nachts-Markt finden sich hier überall festlich geschmückte Stände. © Stephanie Zang
Holz in allen Formen und Farben... Ob Fass oder Dekoration, in den Weinkellern findet alles zueinander. © Stephanie Zang
Holz in allen Formen und Farben… Ob Fass oder Dekoration, in den Weinkellern findet alles zueinander. © Stephanie Zang

So herrscht nun seit dem Jahr 2011 in der Weihnachtszeit emsiges Treiben in den alten Gewölben: Die Keller des Hotels Moselschlösschen, des Alten Rathauses und der Zunftscheune, der Brückenkeller sowie die Keller der Weingüter Emert und Bogner wandeln sich zu urgemütlichen Markthallen um, in denen man staunend die Auslagen der Händler mit Handwerk und Leckereien, Schmuck und natürlich Wein bewundern, oder auch eine Weile sitzen und vorzüglich speisen kann.

Überall finden sich farbenfrohe Leckereien... © Stephanie Zang
Überall finden sich farbenfrohe Leckereien… © Stephanie Zang
Lichterketten und Stände © Stephanie Zang
Lichterketten und Stände © Stephanie Zang

Und auch über den Weinhandel kann man hier einiges erfahren: Unter der Brücke findet sich der über 100 m lange Brückenkeller, der zum Museum für den Weinanbau umfunktioniert wurde. Außerdem gibt es hier im Jahr 2016/17 erstmalig einen „Weihnachtsbaum-Wettbewerb“ bei dem Bäume durch die verschiedenen Institutionen im Ort kreativ gestaltet werden.

Im Museumskeller unter der Brücke sind viele Gerätschaften für die Verarbeitung des Weines aus der alten Zeit ausgestellt. © Stephanie Zang
Im Museumskeller unter der Brücke sind viele Gerätschaften für die Verarbeitung des Weines aus der alten Zeit ausgestellt. © Stephanie Zang
Lang zieht sich der Brückenkeller hin. Einst bot er Platz für 122 Fuder Wein, also knapp 122.000 Liter... © Stephanie Zang
Lang zieht sich der Brückenkeller hin. Einst bot er Platz für 122 Fuder Wein, also knapp 122.000 Liter… © Stephanie Zang
Das effektive Training gegen die Weihnachtspfunde hat der VFL in den Keller gebracht. © Stephanie Zang
Das effektive Training gegen die Weihnachtspfunde hat der VFL in den Keller gebracht. © Stephanie Zang
Wer hier emsig strampelt, bringt den Stern auf der Christbaumspritze zum Leuchten. © Stephanie Zang
Wer hier emsig strampelt, bringt den Stern auf der Christbaumspritze zum Leuchten. © Stephanie Zang
Am Baum der Schröterzunft sind Weinhoheiten und die Schröter selbst in den Kugeln zu entdeckten. © Stephanie Zang
Am Baum der Schröterzunft sind Weinhoheiten und die Schröter selbst in den Kugeln zu entdeckten. © Stephanie Zang

Der Weinhandel ist dabei allgegenwärtig. So findet sich am Brückenkeller auch ein echt moselländischer Weihnachtsbaum aus Fassdauben. Und auch sonst kann man mit Fassdauben und künstlerischem Talent wirklich schöne Kunstwerke zaubern.

EIn Wei(h)nachtsbaum der besonderen Art findet sich vor dem Museumskeller unter der Brücke. Er ist aus Fassdauben gefertigt. © Stephanie Zang
EIn Wei(h)nachtsbaum der besonderen Art findet sich vor dem Museumskeller unter der Brücke. Er ist aus Fassdauben gefertigt. © Stephanie Zang
Was man aus alten Fassdauben sonst noch so zaubern kann, zeigt sich im Weinkeller des Weinguts Bogner. © Stephanie Zang
Was man aus alten Fassdauben sonst noch so zaubern kann, zeigt sich im Weinkeller des Weinguts Bogner. © Stephanie Zang

Die einzelnen Marktkeller sind übrigens nicht mit einander verbunden. Der Grund dafür ist logisch: Einst gab es in Traben-Trarbach mehr als 100 eigenständige Weinhandlungen. Deren Keller waren entsprechend nicht mit einander verbunden. Angst, dass man sich oberirdisch verläuft, muss man aber dennoch nicht haben: Überall finden sich entsprechende Wegweiser.

Tipp: Wenn sich auf den Straßen Menschen in roten Regenjacken mit dem Schriftzug „Mosel-Wein-Nachts-Markt“ tummeln: Auch diese sind immer gerne bereit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

"Wohin gehen wir als Nächstes?" Aus Weiden gebundene Weihnachtspyramiden weisen auch im Dunkeln den Weg zu den Kellern und anderen Sehenswürdigkeiten. © Stephanie Zang
„Wohin gehen wir als Nächstes?“ Aus Weiden gebundene Weihnachtspyramiden weisen auch im Dunkeln den Weg zu den Kellern und anderen Sehenswürdigkeiten. © Stephanie Zang

Der Markt ist ab dem 1. Advent bis zum ersten Januarwochenende stets von Freitag bis Sonntag geöffnet. Zudem gibt es Sonderöffnungszeiten zwischen den Jahren. Weitere Informationen gibt es hier.

Also auf geht’s: Ab an die Mosel 🙂

PS: Wer auch ganz gerne ‚übertage‘ über einen Weihnachtsmarkt bummelt: Ein Ausflug auf den Mosel-Wein-Nachts-Markt lässt sich prima mit einem Ausflug auf den Weihnachtsmarkt in Bernkastel-Kues kombinieren. Doch Vorsicht: Dieser endet, wie alle anderen Weihnachtsmärkte auch, vor Weihnachten!

Ein Gedanke zu „Mosel-Wein-Nachts-Markt“

  1. Hallo zusammen,
    fantastische Idee, den vorweihnachtlichen Trubel eine Etage nach unten zu verlegen. Aber gerade an der Mosel kann man sich ja mit bestem Wein auf Weihnachten einstimmen, egal ob über- oder unter Tage. Ich hoffe, dieses Jahr schaffe ich es auch mal nach Traben-Trarbach.

    Bester Gruß

    Boris

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