Bereits auf der Bundesstraße kündet ein Hinweisschild vom Wahrzeichen der Kreisstadt Simmern: Einst als ausbruchssicher geltend, fand der ehemals als Gefängnis genutzte Turm in Johannes Bückler, genannt „Schinderhannes“, seinen Meister und Namensgeber. Dem berüchtigten Räuberhauptmann gelang im Jahr 1799 die Flucht, nachdem er zuvor aufgrund der Raubzüge, die er mit seiner Bande unternommen hatte, in Simmern inhaftiert worden war. Heute beherbergt der Turm zahlreiche Ausstellungsstücke rund um das Thema „Realität und Mythos des Schinderhannes“ und auch die alte Gefängniszelle kann besichtigt werden.
Für weitere Infos: Siehe unten…
Fahrzeit: 35 Minuten
Eintritt: frei
Öffnungszeiten: Täglich außer Montag 10-17 Uhr
Spaß für die ganze Familie: Das wilde Leben des Räuberhauptmannes ist spannend für Jung und Alt.
Barrierefrei: Leider ist der Turm nur über einige Stufen zu erreichen und auch das Museum im Inneren ist unterm Dach eingerichtet.
Haustiere: Hunde sind erlaubt.
Kontakt / Link: http://www.hunsrueck-museum.de/schinderhannes.htm
Koordinaten: 49.983945, 7.525352
Navigation: Turmgasse in 55469 Simmern, Parken ist hier direkt vor Ort möglich.
Good-to-know: Wer möchte, kann die Zeit des Schinderhannes wieder aufleben lassen und sich von einer echten Räuberbande überfallen lassen. Das Spektakel kann bei der Tourist-Information unter der Nummer 06761/837-297 oder -296 gebucht werden.
Tipps: In Simmern erinnert vieles an den berüchtigten Räuberhauptmann. Besonders schön ist hierbei der Schinderhannesradweg, der durch Wald und Feld vorbei an vielen Hunsrückorten mit leckerer Gastronomie führt. Zudem finden alle zwei Jahre in Simmern die „Schinderhannesfestspiele“ statt, wo auf großer Bühne Schauspiel und Musical über das Leben des Räuberhauptmannes aufgeführt wird.
Ausführliche Informationen:
Der Schinderhannesturm ist das ehemalige Pulvermagazin an der äußeren Stadtmauer (heute leider nicht mehr erhalten). Zwischenzeitlich wurde er als Gefängnis genutzt und erhielt so im 19. Jahrhundert seinen heutigen Namen, in Erinnerung an seinen wohl berühmtesten Insassen und Bezwinger. Zu Füßen des Bauwerks findet sich heute eine Skulptur, die den Räuberhauptmann mit einem Kumpan im Jahr 1797 beim Schweinediebstahl darstellt. Als eines der wenigen Gebäude in Simmern überdauerte auch der Turm, als es im Jahr 1689 zu einem großen Brand gekommen war. Das steile Dach sowie die breite Freitreppe kamen im Jahr 1750 hinzu.
Heute ist der Turm ein Museum rund um das Thema „Schinderhannes“. Im Dachgeschoss findet sich eine Sammlung zahlreicher Ausstellungsstücke, teils Originale, teils Filmelemente und jeder Menge Informationstafeln. Im Keller kann das Angstloch besichtigt werden, in das – der Legende nach – Gefangene an einem Seil hinunter gelassen wurden, ohne die Möglichkeit es ohne Hilfe je wieder zu verlassen. Johannes Bückler soll jedoch im oberen Teil des Turmes gefangen gehalten worden sein.
Um den Ausbruch des Räuberhauptmannes ranken sich zahlreiche Legenden. Fünf Varianten konnte man bei den „Schinderhannesfestspielen“ 2007/2008 erleben, welche seither alle 2-3 Jahre als Schauspiel oder Musical vor dem Turm oder dem Schloss in Simmern stattfinden. Und auch für Dichtung, Prosa, Film und Fernsehen lieferte die legendenumwobene Geschichte des Schinderhannes reichlich Inspiration. Eine Sammlung dieser Filme liegt – neben zahlreichen anderen Relikten – ebenfalls im Turm aus.
Über den Ausbruch sind sich die Experten derzeit nur soweit einig, dass der Räuber nicht etwa aus dem Keller floh, sondern sich durch einen beherzten Sprung aus dem ersten Stock befreien konnte. Helfer sollen ihm zuvor geeignetes Werkzeug in den Turm geschmuggelt haben, mit dem er Türen und Gitter überwinden konnte. Beim Sprung in den damals noch dort gelegenen Burggraben soll er sich jedoch das Wadenbein gebrochen haben und den Rest der Flucht somit mehr kriechend als laufend hinter sich gebracht haben.
All dies nutzte ihm letztendlich jedoch wenig, denn trotz der mehrfach gelungenen Flucht und halsbrecherischer Ausbrüche wurde Johannes Bückler am 21. November 1803 gemeinsam mit zahlreichen Kumpanen in Mainz hingerichtet. Anders als er, wurde seine Räuberbraut Juliana Bläsius (kurz „Julchen“ genannt) lediglich zu einer Haftstrafe von 2 Jahren verurteilt – wohl auch, weil Johannes Bückler sie während der Prozesse stets zu entlasten versuchte. Was von Johannes Bückler jedoch überdauert hat, sind die Legenden, die sich um ihn ranken und auf deren Spuren man bei einem Besuch im Turm wandeln kann.
Der Schinderhannes beim Beutezug – als Statue direkt zu Füßen des berühmten Turms. © Stephanie Zang
Über verwinkelte Treppen kann man den Turm erklimmen. © Stephanie Zang
In den Schaukästen und auf den dazugehörigen Tafeln kann man einiges über den Schinderhannes erfahren und sogar seine Pistole und andere Habseeligkeiten bewundern. © Stephanie Zang
Der Schinderhannes und sein Julchen als erstaunlich authentisch wirkende Figuren… © Stephanie Zang
Im Keller des Schinderhannesturms… © Stephanie Zang
Das Angstloch im Keller des Schinderhannesturms… wurden hierdurch wirklich Gefangene hinabgelassen? © Stephanie Zang
Hallo lieber Verfasser, die Ihrerseits angegebenen Öffnungszeiten vom Schinderhannesturm sind nicht korrekt.
Unsere Öffnungszeiten sind:
Tgl. außer Montags von 10.00 bis 17.00 Uhr.
Bitte um Änderung.
Mfg
Horst Kuhn Turmwächter
Hallo. Vielen Dank für die Info. Habe sie sogleich angepasst! 🙂