Zu Ehren des ersten deutschen Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck wurden in der ganzen Welt verteilt – nach einer Idee der Deutschen Studentenschaft – Anfang des 20. Jh. ganze 240 sogenannten „Bismarcktürme“ errichtet. Der ursprüngliche Gedanke hinter diesen Türmen war die Errichtung eines Netzwerks möglichst vieler Feuersäulen, die zu Ehren Bismarcks dann zu verschiedenen Anlässen entzündet wurden. Von den ehemals 184 Türmen auf deutschem Boden, sind aktuell noch 146 erhalten – einer davon jener bei Sargenroth. Für weitere Informationen: siehe unten.
Eintritt: frei
Öffnungszeiten: immer
Spaß für die ganze Familie: ★ (Eher etwas für geschichtsbegeisterte Erwachsene;)
Barrierefrei: ☹ (Man kann zwar mit dem Auto nahe an den Turm heranfahren, der weitere Weg ist jedoch recht unwegsam und im Turm selber gilt es steile Treppen zu überwinden. Auf der anderen Seite läd der kühle Wald am Turm an einem warmen Sommertag zu einem kleinen Picknick ein und die Bänke dazu sind auch mit Rollstuhl zu erreichen ☺)
Kinderwagen: ☹ (Ein Picknick unter den Bäumen ist sicherlich auch mit Kinderwagen zu machen, auf den Turm hinauf sollte/kann man ihn jedoch nicht mitnehmen.)
Haustiere: Hunde sind hier erlaubt.
Kontakt / Link: http://www.sargenroth.de/html/bismarckturm.html oder Mail an info@sargenroth.de oder Telefon: 06761-14927
Koordinaten: 49°56′14″N, 7°31′14″O
Navigation: An der Landstraße 162 links in ein kleines Wäldchen hinein.
Good-to-know: Gleich in der Nähe befindet sich die Nunkirche, die ebenfalls eine Besichtigung lohnt. Zudem kann man binnen 10 Minuten einen Abstecher zum nahegelegenen Hunsrückdom in Ravengiersburg unternehmen. Auch kann man von hier in die Traumschleige Soonwald einsteigen.
Tipps: Unter den umgebenden Bäumen findet sich eine kleine Sitzgruppe, die sich perfekt für ein Picknick eignet. Wer also etwas zu Essen und zu Trinken mitbringt, der findet hier den perfekten Rastplatz.
Ausführliche Informationen: Der Bismarckturm bei Sargenroth lag ursprünglich frei auf einer kleinen Anhöhe zwischen Simmerbachtal und Soonwald. Mittlerweile ist er von einer kleinen Baumgruppe umgeben, die mit aufgestellten Tischen und Bänken Wanderer, wie auch Rad- und Autofahrer zu einer Rast im Schatten einläd.
Mit 17,5 Metern überragt der 1902 eingeweihte Turm die ihn umgebenden, ebenfalls damals gepflanzten Bäume mittlerweile nur noch wenig. Dennoch kann der Besucher von der Plattform aus zwischen den Wipfeln hindurch den Blick über den Hunsrück genießen. Anders als die, heute häufig als „Bismarcksäulen“ bezeichneten, reinen Feuertürme, war dieser von Anfang an auch als Aussichtsturm zu nutzen, wenn auch ursprünglich nicht als solcher gedacht. Die Architektur des Turms ist hierbei identisch mit der von 46 weiteren Türmen, die nach dem Modellentwurf „Götterdämmerung“ des Architekten Wilhelm Kreis entstanden sind. Finanziert wurde das Bauwerk durch Spenden sowie Tombolas und den Verkauf von Postkarten. Der Preis des Turms belief sich damals auf 13.300 Goldmark. Als Baumaterialien kamen hierbei Sandstein, Basalt und Grauwacke zum Einsatz.
Ursprünglich nur für eine Höhe von 12 Metern geplant, konnte der Bau nach einer teils etwas stockenden Bauphase schließlich mit seiner heutigen höhe von 17,5 Metern fertiggestellt werden und waurde am 31. August 1902 in einer feierlichen Zeremonie eingeweiht, wobei auch sogleich das erste Feuer auf seiner Dackplattform entzündet wurde. Die folgenden Kriege überstand der Turm unbeschadet und wurde nach dem zweiten Weltkrieg nur noch als Aussichtsturm genutzt.
Über die Wendeltreppe im Inneren, die zum 100-jährigen Jubiläum 2002 erneuert wurde, kann man die Spitze des Turms über 70 Stufen erreichen. Auf dieser Plattform waren früher mit Petroleum oder Benzin getränkte Sandkästen entzündet und an der Brüstung befestigt worden.




