Mitternachtslauf in Kröv

Am Pfingstsamstag 2014 jährte sich im kleinen Moselörtchen Kröv eine liebgewonnene Tradition: Zum 30. Mal reisten Sportler aus ganz Deutschland an, um beim „Mitternachtslauf“ an den Start zu gehen. Viele von ihnen sind Wiederholungstäter, denn wer einmal die Atmosphäre bei diesem Straßenlauf erleben durfte, der möchte sich am Liebsten direkt schon wieder für’s nächste Jahr anmelden. Für die Realisierung des Ereignisses zieht der ganze Ort an einem Strang und wurde dafür zum 30. Jubiläum nicht nur mit über 1000 Teilnehmern, sondern, bei strahlendem Sonnenstein, auch mit zahlreichen bestens gelaunten Besuchern aller Altersgruppen am Straßenrand belohnt.

Nächster Termin: 07.06.2025

Bereits die Tage zuvor war – wie üblich – der ganze Ort auf den Beinen: Da gilt es die roten Lichter herauszusuchen, die die „Zaungäste“, also die Bewohner entlang der Strecke auf Fensterbänke und Türschwellen stellen. Es gilt Wege (mit teils motivierenden, teils lustigen Sprüchen) zu markieren, Kommentatorenbühnen aufzustellen und Strecken abzustecken – eine Gemeinschaftsleistung die nur durch die vielen Helfer möglich ist, die sich – ebenfalls von der Atmosphäre angesteckt – Jahr für Jahr wieder beim Lauf einfinden.

Um 18 Uhr war es dann endlich soweit: Zum ersten Mal an diesem Abend ertönten die ersehnten Sätze „Der Start ist freigegeben!“ Die „Minis“ bis 10 Jahre eröffneten den Jubiläumslauf, wobei hier nicht etwa „Ladies first“ galt, sondern zunächst die Jungen zeigen durften, was sie können. Anschließend liefen dann auch die Mädchen über die Distanz von 420 m durch die Kröver Innenstadt. Es folgte der Lauf der Schülerklasse über bis 16 Jahre auf einer Strecke von 2,2 Kilometern. Doch auch zwischen den Läufen wurde es den vielen Zuschauern nicht langweilig: Lokale Tanzgruppen, Rope-Skipper und Feuerkünstler sorgten für gute Unterhaltung bis tief in die Nacht. Und selbst die Mosella hatte ihren Rock-am-Ring-Besuch unterbrochen um den Junggebliebenen-Lauf starten zu können. Und so konnte man sich bei einem Glas Nacktarsch oder einem leckeren, kühlen Eis zudem perfekt die Kehle etwas befeuchten um auch die nächsten Läufer wieder lautstark anfeuern zu können.

Um 20 Uhr ging dann der Jedermannlauf über eine Strecke von 3,8 km an den Start. Den spektakulären Inline-Skater-Lauf gab es in diesem Jahr bei mangelnden Teilnehmerzahlen leider nicht. Mit bis zu 70 km/h waren die Skater in den letzten Jahren stets ins Tal gedonnert und damit dem wendigen Streckenfahrzeug, das jeden Lauf anführte, stets dicht auf den Fersen geblieben. Doch der ausgelassenen Stimmung tat dies keinen Abbruch. Langsam brach die Dämmerung herein und die fast 1500 Teelichter entlang der Straße wurden nach und nach entzündet.

Bereits im Halbdunkel folgte der Start des Junggebliebenen-Laufs für Läufer über 40 Jahre, der über die gleiche Distanz wie der Hauptlauf – 9,4 km – ausgetragen wird. Dieser folgte auf dem Fuße und zwar 20 Minuten früher als in den vergangenen Jahren. Mit einer Zeit von 29:13 min schaffte es der Erstplatzierte also noch vor Mitternacht das Ziel unterhalb der „Weinbrunnenhalle Kröver Nacktarsch“ an der Mosel zu erreichen und hatte anschließend noch genug Zeit zum Verschnaufen, bis um Mitternacht das Abschlussfeuerwerk über der Mosel startete. Pünktlich zu dessen Finale lief dann auch das Schlusslicht und damit die letzten Läufer für diesen Abend ins Ziel ein.

Doch damit war der Abend noch lange nicht vorbei: In der Weinbrunnenhalle wurde zur Musik der Band noch bis in die frühen Morgenstunden das Tanzbein geschwungen und neben eines erneuen Auftritts der Feuerkünstler gab eshier ja auch noch Sieger und Siegerin des Hauptlaufes in Wein aufzuwiegen. Doch auch die anderen Läufer mussten nicht dursten: Jeder Teilnehmer erhielt eine Flasche Wein. So dauerte die Feier noch bis in die Morgendämmerung hinein und erneut wird der ein oder andere „Debütant“ den Entschluss gefasst haben im nächsten Jahr wiederzukommen.

Ab 18 Uhr hieß es wieder "Der Start ist freigegeben, 10...9...8..." © Stephanie Zang
Ab 18 Uhr hieß es wieder „Der Start ist freigegeben, 10…9…8…“ © Stephanie Zang
"...der Küfer sah's mit Bangen und wurde grob und barsch, er haut den kleinen Rangen den blanken, nackten ..." © Stephanie Zang
„…der Küfer sah’s mit Bangen und wurde grob und barsch, er haut den kleinen Rangen den blanken, nackten …“ © Stephanie Zang
Im Ziel angekommen konnten die Läufer bei leckerem Tee den sonnigen Ausblick auf die Mosel genießen. © Stephanie Zang
Im Ziel angekommen konnten die Läufer bei leckerem Tee den sonnigen Ausblick auf die Mosel genießen. © Stephanie Zang
Wehe wenn sie losgelassen... © Stephanie Zang
Wehe wenn sie losgelassen… © Stephanie Zang
Bis tief in die Nacht war die Strecke von zahlreichen begeisterten Zuschauern gesäumt, die die Läufer lautstark anfeuerten. © Stephanie Zang
Bis tief in die Nacht war die Strecke von zahlreichen begeisterten Zuschauern gesäumt, die die Läufer lautstark anfeuerten. © Stephanie Zang
Das mitternächtliche Feuerwerk am Ende des Hauptlaufs zog alle Augen auf sich... © Stephanie Zang
Das mitternächtliche Feuerwerk am Ende des Hauptlaufs zog alle Augen auf sich… © Stephanie Zang
...und pünktliche zum Finale hatte auch das Schlusslivht das Ziel erreicht. © Stephanie Zang
…und pünktliche zum Finale hatte auch das Schlusslivht das Ziel erreicht. © Stephanie Zang

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