Entlang der Mosel findet sich seit dem Jahr 2014 der knapp 365 km lange Fernwanderweg „Moselsteig“, der die Wanderer von Perl an der Obermosel bis hin zu ihrer Mündung nach Koblenz führt. Der „Collis Steilpfad“ bei Zell stellt an die Wanderer durch seine Steilheit besondere Anforderungen an Trittsicherheit und Kondition. Mit seiner schönen Aussicht, dem anspruchsvollen Aufstieg und der Möglichkeit eines Abstiegs durch die Weinberge ist er aber auch ein willkommener Appetithappen für alle, die ein wenig „Moselsteig“-Luft schnuppern wollen.
Von Traben-Trarbach aus geht es an der Mosel entlang ins Weinörtchen Zell, etwa 20 Minuten weiter moselabwärts. Hier begrüßt uns schon gleich am Ortseingang unübersehbar die „Zeller Schwarze Katz“ auf dem Kreisel. Diesen verlassen wir an der zweiten Ausfahrt und fahren direkt nach Zell hinein, immer an der Mosel entlang. Hier gibt es viele Parkplätze. Der „Collis-Rundwanderweg“ startet am „Zeller Schwarze Katz“-Brunnen (Balduinstraße 44).

Von hier aus hält man sich senkrecht von der Mosel weg geradeaus zwischen den Häusern hindurch der Marktstraße folgend den Berg hinauf. Das Hinweisschild ist in rosa gehalten und somit gut zu sehen.

Zunächst geht es nun einen asphaltierten Weg steil den Berg hinauf. Hier kann man sich nur schwerlich verlaufen, weisen einem doch die Pfotenabdrücke der Zeller Schwarzen Katz den Weg. Hier passiert man den „Viereckigen Turm“, einen Teil der alten Stadtbefestigung und ehemaliges Gefängnis der Stadt Zell.
Schließlich gelangt man an eine Weggabelung. Hier halten wir uns links, wo knapp 20 m später auch unübersehbar der Beginn des „Collis-Steilpfades“ zu finden ist.

Von nun an geht es hinein in die Weinberge, entlang und über die alten Trockenmauern, auf denen sich bei schönem Wetter auch gerne so manche Eidechse sonnt.

Beim Aufstieg bekommt man eine Ahnung, wie beschwerlich es noch vor einigen Jahrzehnten war einen Weinberg zu bewirtschaften. Und auch heute sind noch längst nicht alle Hänge mit Maschinen zu bewirtschaften. Rechts des Weges sieht man manche alten Stöcke im Wald stehen – Weinberge, die aufgegeben wurden. Viele Winzer bieten ihren Gästen auch an, einen Tag zur Arbeit mit in den Weinberg zu kommen, sodass man sich selber ein Bild davon machen kann, welcher Arbeitsaufwand auch heute noch hinter der Produktion einer Flasche Wein steckt.
Dann trennt sich der Weg erneut in den Steilpfad oder den Klettersteig. Hier kann man beim Überlegen bereits die schöne Aussicht genießen.

Wenn wir uns entschieden haben, geht es sogleich ans Eingemachte… Mithilfe der Trittbügeln geht es sogleich senkrecht die Wand hinauf, auf einem schmalen Steg am Fels entlang und dann wieder weiter nach oben bis hin zu einer Leiter, die uns endgültig zurück auf den Wanderweg führt.


Und schon steht die nächste Entscheidung ins Haus. Wen nun die Lust am Klettern gepackt hat, der hält sich rechts um den nächsten Aufstieg nicht zu verpassen. Linker Hand wiederum zweigt der Steilpfad ab, der auch ohne Klettern dem Gipfel entgegen strebt. Beiden gemein ist die wunderbare Aussicht hinab auf die Rebreihen.

Hat man dann auch die letzte Etappe des Klettersteiges bezwungen, so liegt der Collis-Turm schon fast zum Greifen nah über einem. Nur noch wenige Schritte trennen uns nun vom Gipfel und – an den Wochenenden zwischen 11:00 und 17:00 Uhr, auch einem guten Gläschen „Zeller Schwarze Katz“.


Mit dem Gläschen in der Hand kann man dann in aller Ruhe den Lohn der anstrengenden Kletterpartie genießen: Die weit reichende Aussicht über das Moseltal und die Zeller Moselschleife.

Doch halt! Noch ist der Aufstieg nicht vollendet. Unweit des Turmes findet sich eine Aussichtsplattform mit bequemer Sitzgelegenheit. Auf dem Weg dorthin dürfen alle, die den Klettersteig bezwungen haben, die Glocke läuten um auch jenen im Tal ihren Erfolg zu verkünden.
Danach machen wir uns wieder auf den Weg den Berg hinunter… wer mag darf natürlich auch noch weiter dem Moselsteig folgen, sollte sich jedoch schon zuvor Gedanken darüber machen, wie er wieder nach Zell zurück kommt. Der kürzeste Weg führt unweit des Aussichtsplateaus links in den Wald hinein und schließlich in die Weinberge. Auch hier kann man sich nur schwerlich verlaufen, hilft einem doch die Scharze Katze immer wieder auf die Sprünge…

So gelangen wir sicher wieder ins Tal hinab, wo wir die Wanderung mit einem verdienten Eis oder Kuchen in einem der vielen Cafés beschließen können.
Parken: An der Mosel gibt es in Zell viele Parkplätze. Den Ausgangspunkt der Wanderung findet man an der Balduinsstraße 44, Zell / Mosel („Zeller Schwarze Katz“-Brunnen).
Eignung: //// (Eine gewisse Grundfitness ist hier definitiv Voraussetzung, wenn man den Klettersteig bezwingen will, auch wenn es nur abschnittsweise kleinere Kletterpartien sind. Aber auch der Steilpfad ist – wie sein Name erahnen lässt – nicht zu unterschätzen).
Schummeln: Durch den Wald oben am Collis-Turm ziehen sich zahlreiche mit dem Auto befahrbare Wege. Diese sind jedoch dem forstwirtschaftlichen Verkehr vorbehalten.
Geocaching: Je nach gewähltem Weg sind hier 2-3 Caches zu finden.
Uhrzeit: Da die Wanderung keinen ganzen Tag in Anspruch nimmt, ist die Uhrzeit, wann man sie beginnt, relativ egal. Einzig auch den Abstieg noch vor Einbruch der Dunkelheit anzugehen empfiehlt sich.
Dauer: Der Aufstieg mit anschließendem Abstieg auf direktem Wege nimmt je nach Rastdauer oben auf dem Plateau 2,5 bis 3 Stunden Zeit in Anspruch.