Collis Steilpfad und Klettersteig (Zell / Mosel)

Entlang der Mosel findet sich seit dem Jahr 2014 der knapp 365 km lange Fernwanderweg „Moselsteig“, der die Wanderer von Perl an der Obermosel bis hin zu ihrer Mündung nach Koblenz führt. Der „Collis Steilpfad“ bei Zell stellt an die Wanderer durch seine Steilheit besondere Anforderungen an Trittsicherheit und Kondition. Mit seiner schönen Aussicht, dem anspruchsvollen Aufstieg und der Möglichkeit eines Abstiegs durch die Weinberge ist er aber auch ein willkommener Appetithappen für alle, die ein wenig „Moselsteig“-Luft schnuppern wollen.

Von Traben-Trarbach aus geht es an der Mosel entlang ins Weinörtchen Zell, etwa 20 Minuten weiter moselabwärts. Hier begrüßt uns schon gleich am Ortseingang unübersehbar die „Zeller Schwarze Katz“ auf dem Kreisel. Diesen verlassen wir an der zweiten Ausfahrt und fahren direkt nach Zell hinein, immer an der Mosel entlang. Hier gibt es viele Parkplätze. Der „Collis-Rundwanderweg“ startet am  „Zeller Schwarze Katz“-Brunnen (Balduinstraße 44).

Die schwarze Katze ist in Zell allgegenwärtig und wird den Jahreszeiten entsprechend geschmückt. © Stephanie Zang
Die schwarze Katze ist in Zell allgegenwärtig und wird den Jahreszeiten entsprechend geschmückt. © Stephanie Zang

Von hier aus hält man sich senkrecht von der Mosel weg geradeaus zwischen den Häusern hindurch der Marktstraße folgend den Berg hinauf. Das Hinweisschild ist in rosa gehalten und somit gut zu sehen.

Als Wanderfreund weiß man gar nicht für welchen Weg man sich entscheiden soll... © Stephanie Zang
Als Wanderfreund weiß man gar nicht für welchen Weg man sich entscheiden soll… © Stephanie Zang

Zunächst geht es nun einen asphaltierten Weg steil den Berg hinauf. Hier kann man sich nur schwerlich verlaufen, weisen einem doch die Pfotenabdrücke der Zeller Schwarzen Katz den Weg. Hier passiert man den „Viereckigen Turm“, einen Teil der alten Stadtbefestigung und ehemaliges Gefängnis der Stadt Zell.

Schließlich gelangt man an eine Weggabelung. Hier halten wir uns links, wo knapp 20 m später auch unübersehbar der Beginn des „Collis-Steilpfades“ zu finden ist.

Das Schild zur linken erinnert allzu sorglose Wanderer nochmal daran, dass der Steilpfad und Klettersteig eine gewisse Kondition voraussetzen. © Stephanie Zang
Das Schild zur linken erinnert allzu sorglose Wanderer nochmal daran, dass der Steilpfad und Klettersteig eine gewisse Kondition voraussetzen. © Stephanie Zang

Von nun an geht es hinein in die Weinberge, entlang und über die alten Trockenmauern, auf denen sich bei schönem Wetter auch gerne so manche Eidechse sonnt.

Die Mauern lassen erahnen, wie alt der Weinbau in dieser Region schon ist. © Stephanie Zang
Die Mauern lassen erahnen, wie alt der Weinbau in dieser Region schon ist. © Stephanie Zang

 

Beim Aufstieg bekommt man eine Ahnung, wie beschwerlich es noch vor einigen Jahrzehnten war einen Weinberg zu bewirtschaften. Und auch heute sind noch längst nicht alle Hänge mit Maschinen zu bewirtschaften. Rechts des Weges sieht man manche alten Stöcke im Wald stehen – Weinberge, die aufgegeben wurden. Viele Winzer bieten ihren Gästen auch an, einen Tag zur Arbeit mit in den Weinberg zu kommen, sodass man sich selber ein Bild davon machen kann, welcher Arbeitsaufwand auch heute noch hinter der Produktion einer Flasche Wein steckt.

Dann trennt sich der Weg erneut in den Steilpfad oder den Klettersteig. Hier kann man beim Überlegen bereits die schöne Aussicht genießen.

Zwischen den Reben hindurch hat man den Blick hinunter auf Zell. © Stephanie Zang
Zwischen den Reben hindurch hat man den Blick hinunter auf Zell und den „Viereckigen Turm“. © Stephanie Zang

Wenn wir uns entschieden haben, geht es sogleich ans Eingemachte… Mithilfe der Trittbügeln geht es sogleich senkrecht die Wand hinauf, auf einem schmalen Steg am Fels entlang und dann wieder weiter nach oben bis hin zu einer Leiter, die uns endgültig zurück auf den Wanderweg führt.

Der Klettersteig ist eine Herausforderung für Wandernde... wer sich unsicher ist, kann aber auch bequem den Steilpfad außenrum nehmen und trifft oben wieder mit den Kletterern zusammen. © Stephanie Zang
Der Klettersteig ist eine Herausforderung für Wandernde… wer sich unsicher ist, kann aber auch bequem den Steilpfad außenrum nehmen und trifft oben wieder mit den Kletterern zusammen. © Stephanie Zang
Nicht nach unten gucken... Die Leiter leutet den Endspurt der ersten Kletteretappe ein. © Stephanie Zang
Nicht nach unten gucken… Die Leiter leutet den Endspurt der ersten Kletteretappe ein. © Stephanie Zang

Und schon steht die nächste Entscheidung ins Haus. Wen nun die Lust am Klettern gepackt hat, der hält sich rechts um den nächsten Aufstieg nicht zu verpassen. Linker Hand wiederum zweigt der Steilpfad ab, der auch ohne Klettern dem Gipfel entgegen strebt. Beiden gemein ist die wunderbare Aussicht hinab auf die Rebreihen.

Und wieder geht es die Felswand hinauf. © Stephanie Zang
Und wieder geht es die Felswand hinauf. © Stephanie Zang

Hat man dann auch die letzte Etappe des Klettersteiges bezwungen, so liegt der Collis-Turm schon fast zum Greifen nah über einem. Nur noch wenige Schritte trennen uns nun vom Gipfel und – an den Wochenenden zwischen 11:00 und 17:00 Uhr, auch einem guten Gläschen „Zeller Schwarze Katz“.

Am Gipfel angekommen, hat man sich eine kleine Stärkung redlich verdient. © Stephanie Zang
Am Gipfel angekommen, hat man sich eine kleine Stärkung redlich verdient. © Stephanie Zang
Da ist er, das Ziel unserer Wanderung: Der Collis-Turm. © Stephanie Zang
Da ist er, das Ziel unserer Wanderung: Der im Jahr 1906 errichtete Collis-Turm. © Stephanie Zang

Mit dem Gläschen in der Hand kann man dann in aller Ruhe den Lohn der anstrengenden Kletterpartie genießen: Die weit reichende Aussicht über das Moseltal und die Zeller Moselschleife.

Die Aussicht lohnt den Aufstieg allemal. © Stephanie Zang
Die Aussicht lohnt den Aufstieg allemal. © Stephanie Zang

Doch halt! Noch ist der Aufstieg nicht vollendet. Unweit des Turmes findet sich eine Aussichtsplattform mit bequemer Sitzgelegenheit. Auf dem Weg dorthin dürfen alle, die den Klettersteig bezwungen haben, die Glocke läuten um auch jenen im Tal ihren Erfolg zu verkünden.

Danach machen wir uns wieder auf den Weg den Berg hinunter… wer mag darf natürlich auch noch weiter dem Moselsteig folgen, sollte sich jedoch schon zuvor Gedanken darüber machen, wie er wieder nach Zell zurück kommt. Der kürzeste Weg führt unweit des Aussichtsplateaus links in den Wald hinein und schließlich in die Weinberge. Auch hier kann man sich nur schwerlich verlaufen, hilft einem doch die Scharze Katze immer wieder auf die Sprünge…

Die Spuren der Zeller Schwarzen Katz weisen den Weg hinauf und hinunter. © Stephanie Zang
Die Spuren der Zeller Schwarzen Katz weisen den Weg hinauf und hinunter. © Stephanie Zang

So gelangen wir sicher wieder ins Tal hinab, wo wir die Wanderung mit einem verdienten Eis oder Kuchen in einem der vielen Cafés beschließen können.

Parken: An der Mosel gibt es in Zell viele Parkplätze. Den Ausgangspunkt der Wanderung findet man an der Balduinsstraße 44, Zell / Mosel („Zeller Schwarze Katz“-Brunnen).

Eignung: //// (Eine gewisse Grundfitness ist hier definitiv Voraussetzung, wenn man den Klettersteig bezwingen will, auch wenn es nur abschnittsweise kleinere Kletterpartien sind. Aber auch der Steilpfad ist – wie sein Name erahnen lässt – nicht zu unterschätzen).

Schummeln: Durch den Wald oben am Collis-Turm ziehen sich zahlreiche mit dem Auto befahrbare Wege. Diese sind jedoch dem forstwirtschaftlichen Verkehr vorbehalten.

Geocaching: Je nach gewähltem Weg sind hier 2-3 Caches zu finden.

Uhrzeit: Da die Wanderung keinen ganzen Tag in Anspruch nimmt, ist die Uhrzeit, wann man sie beginnt, relativ egal. Einzig auch den Abstieg noch vor Einbruch der Dunkelheit anzugehen empfiehlt sich.

Dauer: Der Aufstieg mit anschließendem Abstieg auf direktem Wege nimmt je nach Rastdauer oben auf dem Plateau 2,5 bis 3 Stunden Zeit in Anspruch.

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