Der Ort Klausen in der Eifel fand mit der „Grundsteinlegung“ der heutigen Wallfahrtskirche um das Jahr 1440 seine erste Erwähnung. Der Marienverehrer und spätere Ordensbruder Eberhard hatte, einem Auftrag der Gottesmutter Maria folgend, die ihm mehrfach im Traum erschienen war, am Ort der heutigen Wallfahrtskirche eine Kapelle erbaut. Zum Bild der Gottesmutter mit dem vom Kreuz genommenen Jesus in ihren Armen pilgerten mehr und mehr Leute, sodass letztlich eine Kirche an diesem Ort erstand.
Weitere Informationen: siehe unten.
Fahrzeit: 35 Minuten
Eintritt: frei
Öffnungszeiten: durchgehend geöffnet
Gottesdienstzeiten: Übersicht.
Spaß für die ganze Familie: ★ (Keine konkreten Angebote für Kinder.)
Barrierefrei:☺(Es gibt einen treppenfreien Aufgang zur Kirche, wenige Stufen sind hier aber dennoch zu überwinden.)
Kinderwagen: ☺(Es gibt einen treppenfreien Aufgang zur Kirche.)
Haustiere: Hunde sind erlaubt.
Kontakt / Link: http://www.wallfahrtskirche-klausen.de/
Koordinaten: 49°90’51“N, 6°88’33“O
Navigation: Wallfahrtskirche Klausen, Am Augustinerplatz
54524 Klausen, Karte.
Parken: Unweit der Kirche findet sich ein Parkplatz. Wenn man in den Ort hinein fährt, liegt die Kirche direkt vor einem. Nun links abbiegen, an der Kirche vorbei fahren und dort ist links der Parkplatz.
Good-to-know: Für Interessierte kann man auch eine Führung durch Kirche (2 €) und Klosterbibliothek (3 €) buchen. Kosten für beides zusammen: 4 €. Eine Anmeldung ist jedoch vorab nötig, am Besten per Mail oder telefonisch unter 06578 – 218. Ansonsten läd auch der Park hinter der Kirche mit seinem Kreuzweg zum spazieren und verweilen ein.
Tipps: Wer mit dem Auto oder Motorrad nach Klausen kommt, der sollte sich bei An- oder Abreise einen kurzen Abstecher auf den „Panoramaweg“ oberhalb von Piesport nicht nehmen lassen. Dieser bietet einen wunderbaren Ausblick über das Moseltal. Zudem gibt es für Motorradfahrer traditionell am letzten Wochenende im April die Klausener „Motorradwallfahrt“.

Ausführliche Informationen:
Die Geschichte des Ortes Klausen ist eng mit dessen Wallfahrtskirche verbunden, die ihren Ursprung mit einer Marienfigur nahm, die der Marienverehrer Eberhard im 15. Jh. dort aufstellte. Die besagte hölzerne Figur stellte Maria mit dem vom Kreuz genommenen Jesus in den Armen dar. Eberhard erfreute sich zunächst stets auf seinem Weg zur Arbeit daran einen kurzen Moment bei der von ihm verehrten Mutter Gottes innezuhalten und zu beten. Über die Jahre taten es ihm immer mehr Menschen gleich. Über mehrere Nächte erschien ihm Maria daraufhin im Traum und forderte ihn auf eine Kapelle zu errichten. Zu diesem Zweck erhielt er tatsächlich ein paar Quadratmeter Land und nutzte sie für den Bau der Kapelle, in welcher nun ein größeres Marienbild aufgestellt wurde. Eberhard selber lebte in einer kleinen Hütte bei der Kapelle, was dem späteren Ort den Namen „Eberhardsklause“ und schließlich „Klausen“ einbrachte.
Die Pilgerströme rissen nicht ab, jedoch auch nicht der Neid der umliegenden Gemeinden und so hatten des sowohl Kapelle, als auch Bauherr teils schwer, obgleich sogar über eine Wunderheilung bei der Kapelle berichtet wurde. Schließlich war es der Trier Bischof Jakob von Sierck, der die Bedeutung des Marienbildes und des Ortes erkannte und den Bau eines Kirchenbaus in Auftrag gab. Doch auch während des Baus soll es noch zu Neidereien und Zwischenfällen gekommen sein. Die Fertigstellung seiner Kirche erlebte Eberhard im Jahr 1449 noch, verstarb jedoch zwei Jahre danach. Die Kirche wurde bis zum Beginn des 19. Jh. als Klosterkirche des Augustiner Chorherrenstifts genutzt. Seit 2008 ist hier das Kloster „Dominikanerkonvent St. Katharina von Siena“ ansässig.
1502 wurde die heutige Wallfahrtskirche „Maria Heimsuchung“ eingeweiht – ein beeindruckender, heller Gewölbebau im spätgotischen Stil. Das Zentrum bildet ein etwa 6,20 m hoher, aus Antwerpen stammeder Flügelaltar aus dem Jahr 1480. Ein weiteres Schmuckstück der Kirche ist zudem die imposante Rieger-Orgel, deren Klänge den Bau bei Messen oder Konzerten erfüllen.
Natürlich sind auch zwei Gnadenbilder der „Schmerzhaften Mutter Gottes“ im Innern der Kirche zu finden. Zu ihnen pilgern jährlich mehr als 100.000 Menschen nach Klausen. Die Gnadenbilder finden sich in der kleinen Gnadenkapelle, die an das nördliche Seitenschiff angeschlossen ist. Hier können die Pilger – abgeschieden vom Rest der Kirche Ruhe und Einkehr, Kraft und Trost bei der Mutter Gottes und einem stillen Gebet finden. Ob zu Fuß, mit Bus oder Auto: Zwischen Mai und Oktober herrscht in der Kirche stets reger Betrieb, wovon auch die zahlreichen Wallfahrtskerzen aus den unterschiedlichsten Regionen, künden. Seit 1997 ist Klausen aber auch noch anders zu „erreichen“, wenn sich am letzten Wochenende im April jährlich viele Interessierte zur „Motorradwallfahrt“ hier versammeln.
Die Außenfassade der Klausener Wallfahrtskirche ist eher schlicht gehalten. © Stephanie Zang




Das Fässchen auf dem Turm:
Auch als Nicht-Mosel-Ort, hat Klausen seine eigene Legende rund um den Wein. Diese hat mit der Klausener Wallfahrtskirche zu tun, denn schaut man hinauf auf den Kirchturm, so sieht man direkt unter dem Hahn ein kleines Weinfässchen auf dessen Spitze. Wie ist es da hinauf gelangt? Die Geschichte eines Wunders, die die Mutter Gottes den Gläubigen in Not gewährte ist Grundlage dafür, warum das Fass oben auf dem Turm zu finden ist. Sie geht auf die Zeit des Baus der Kirche zurück, in der in mühseeliger Arbeit Stein um Stein gebracht und aufgeschichtet wurde. Ein Gläubiger soll damals den Arbeitern ein Fässchen mit Wein gestiftet haben, welches jedoch allzuschnell leer war. So bat er die Mutter Maria dieses doch wieder zu füllen. Sie kam dem Wunsch nach und das Fässchen wurde nunmehr nicht mehr leer. Doch eines Tages plagte die Arbeitenden die Neugier, sie blickten in das Fass, um dem Wunder auf den Grund zu gehen und der Quell versiegte. Als Erinnerung an diese Geschichte, findet sich das Fässchen – gleich unter dem Wetterhahn – oben auf dem Kirchturm.


Auf meinem Weg zu meinem Vater in die Eifel fahre ich regelmäßig an Klausen vorbei. Vor langer Zeit war ich auch am Wallfahrtsort selbst. Hatte fast vergessen wie schön es dort und in der Umgebung ist. Vielen Dank für die Erinnerung
LG Michael