Bernkastel-Kues

Die Weinstadt Bernkastel-Kues zählt mit ihrem mittelalterlichen Marktplatz und ihren Fachwerkhäusern aus dem 17. Jh. heute zu einer der beliebtesten Adressen in der Moselregion. Bereits die Trierer Erzbischöfe schätzten den Ort und die darüber liegende Burg Landshut vor vielen hundert Jahren als Sommerresidenz. Einer von ihnen soll gar durch einen Wein aus diesem Ort geheilt worden sein, welcher daraufhin als Doktorwein in die Geschichte einging. Neben dem Weinberg, der Burg und dem Marktplatz bietet die Stadt mit ihrem Heimatmuseum, der Moselvinothek und zahlreichen weiteren Sehenswürdigkeiten mehr als genug Möglichkeiten, einen schönen Moseltag in ihr zu verbringen.Für weitere ausführliche Infos: Siehe unten.

Fahrzeit: 30 Minuten

Parken: Am Moselufer Bernkastel stehen reichlich Parkplätze zur Verfügung (man eine Stunde kostenfrei).

Spaß für die ganze Familie: Neben Eisdielen und Spielzeugläden kann man mit Kindern auch eine Wanderung zur Burg Landshut unternehmen oder mit dem kleinen Bähnchen hinauffahren.

Barrierefrei: Viel Kopfsteinpflaster, aber man kommt hier auch mit Rollator und Rollstuhl gut voran.

Kontakt / Link: http://www.bernkastel.de/startseite.html oder Mail an info‎@‎bernkastel.de, Telefon 06531-500190

Navigation: Karte.

Öffnungszeiten Touristen-Information:

31. März bis Anfang November 2014: Montags bis Freitags  von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr, Samstags von 9:30 bis 17 Uhr, Sonntags von 10 bis 13 Uhr

November 2014 bis 30. März 2015: Montags bis freitags  von 09:30 Uhr bis 16:00 Uhr

Good-to-know: In Bernkastel kann man verschiedene touristische Angebote nutzen. Die Touristinfo steht hier für Fragen stets zur Verfügung (Öffnungszeiten siehe oben). Beispielsweise eine Stadtführung mit dem Bernkasteler Doktor, der auch das eine oder andere gesundheitsfördernde Gläschen Wein dabei hat.

Tipps: Ein Besuch in der Moselvinothek auf der Kueser Seite lohnt sich für jeden Weinliebhaber, man sollte aber genügend Zeit mitbringen um sich den vielen Weinen ausgiebig und ohne Stress zu widmen. Ansonsten ist es sehr beliebt über den Berg, vorbei an der „Eisernen Weinkarte“ nach Bernkastel zu wandern und etwa mit dem Schiff zurück nach Traben-Trarbach zu fahren.

Ausführliche Informationen:

Die erste Siedlungsaktivität in der heutigen Doppelstadt Bernkastel-Kues wurde bereits um 3000 v. Chr. beschrieben. Die Nähe zum Wasser, welches Nahrungsquelle und Transportweg zugleich war, veranlasste letztlich auch die  Römer dazu im 4. Jh. n. Chr. hier ein Militärlager (lat: castellum) zu errichten, womit auch der Grundstein der Namensgebung von Bernkastel gelegt war. Die endgültige Namensgebung stellt eine Ableitung des Namens Beronis castellum, Bezug nehmend auf den Trierer Probst Adalbero von Luxemburg dar. Insbesondere mit den Trierer Bischöfen war die Geschichte des Moselortes stets eng verflochten, hatten diese doch ihre Sommerresidenz in der einst stattlichen Burg Landshut, von der aus man einen herrlichen Ausblick auf das Moseltal genießen konnte. Einer von ihnen (Boemund II.) verdankt Bernkastel bzw. dessen berühmtester Weinlage, dem „Bernkasteler Doktor“ gar sein Leben, soll das Trinken desselben ihn doch, der Sage zufolge, geheilt haben, als bereits alle Hoffnung verloren war. Der Doktorwein wächst noch immer in Bernkastel und gehört mittlerweile zu den teuersten Weinen der Welt. Seine Geschichte ist in der Stadt allgegenwärtig und kann am „Doktorweinbrunnen“ in Bildern bewundert werden.

Besonders bekannt ist Bernkastel (rechts der Mosel) für seinen historischen Ortskern. Zwar wurde die Burg Landshut auf dem Berg 1692 von einem Feuer zerstört und ist seither nur noch als Ruine zu bewundern, der Ort selber jedoch wurde nie von einem Stadtbrand heimgesucht. Die Häuser um den Marktplatz stammen daher noch aus dem 15.-17. Jahrhundert. Besonders hervorzuheben ist hierbei das gewagt gebaute Spitzenhäuschen aus dem Jahr 1416 sowie das Rathaus im Renaissance-Stil von 1608. Hier kann sich der mutige Besucher am Pranger festketten lassen – ein beliebtes Photomotiv. Vom Feuer verschont wurde der Ort im Jahr 1993 jedoch schwer vom Hochwasser heimgesucht, dessen Marken sich überall in der Stadt an den alten Häusern finden lassen.

In Bernkastel-Kues finden sich zudem viele Brunnen, neben dem Doktorweinbrunnen etwa der St. Michaelsbrunnen von 1606, der das Zentrum des Marktplatzes bildet. Folgt man der Straße linker Hand vom Marktplatz so findet man zudem einen aus Basaltgestein gebauten Brunnen mit zwei lebensgroßen Bären auf seiner Spitze, wie Wappentiere von Bernkastel. Hier wurde einst der Bauernmarkt in Bernkastel gehalten. Ein wenig weiter die Straße hinauf zeigt sich zudem das Graacher Tor, das letzte verbliebene Stadttor der einst von einer Stadtmauer umgebenen Stadt Bernkastel. Hier ist mittlerweile ein Heimatmuseum untergebracht. Durchquert man das Tor, so erreicht man die berühmte Weinlage des Doktorweins.

Auf der anderen Seite der Mosel findet sich der Ort Cues, benannt nach dem wohl berühmtesten Sohn der Stadt Nikolaus von Kues (geb. Nikolaus Cryfftz = Krebs, 1401-1464), einem bekannten Philosoph, Theologen,  Mathematiker, Naturwissenschaftler, … Im Gedenken an seine Verdienste um die Stadt wurde der Krebs als seltenes Wappentier in das Stadtwappen aufgenommen. Das Geburtshaus von Nikolaus von Kues ist heute noch dort zu bewundern. Das von ihm gegründete Cusanus-Hospital dient heute als Seniorenresidenz und beherbergt zudem ein Weinmuseum sowie die Moselvinothek. Auf dem Kueser Plateau findet sich heute eine etablierte Reha-Klinik.

Zum jährlichen Bernkastel-Kueser Weinfest am ersten Septemberwochenende finden sich gut 200.000 Gäste in dem knapp 7000-Einwohner großen Ort ein und auch der mittelalterliche Weihnachtsmarkt ist ein jährlich wiederkehrendes Event, das einen Besuch lohnt. Unabhängig von Festen und Veranstaltungen ist der Moselort mit seinen Fachwerkhäusern, Cafés und Weinlokalen sowie der langen Uferpromenade aber stets ein lohnendes Ziel für eine Wanderung, Radtour oder Ausflugsfahrt entlang der Mosel.

 

Am historischen Marktplatz laden zahlreiche Cafés und Weinstuben zum Verweilen ein. Der Michaelsbrunnen zeigt den Schutzpatron der Stadt. © Stephanie Zang
Am historischen Marktplatz laden zahlreiche Cafés und Weinstuben zum Verweilen ein. Der Michaelsbrunnen zeigt den Schutzpatron der Stadt. © Stephanie Zang
im Graacher Tor ist ein Heimatmuseum untergebracht, in dem man auch bei schlechtem Wetter etwas über Ort und Leute erfahren kann. © Stephanie Zang
im Graacher Tor ist ein Heimatmuseum untergebracht, in dem man auch bei schlechtem Wetter etwas über Ort und Leute erfahren kann. © Stephanie Zang
Zum Bärenbrunnen kamen früher die Händler vom Hunsrück um ihre Waren anzubieten. Der Bär ist das Wappentier von Bernkastel-Kues. © Stephanie Zang
Zum Bärenbrunnen kamen früher die Händler vom Hunsrück um ihre Waren anzubieten. Der Bär ist das Wappentier von Bernkastel-Kues. © Stephanie Zang
Das Spitzhäuschen ist eine gewagte Konstruktion, doch sie hält seit bereits mehreren hundert Jahren. © Stephanie Zang
Das Spitzhäuschen ist eine gewagte Konstruktion, doch sie hält bereits seit mehreren hundert Jahren (Baujahr 1416). © Stephanie Zang
Hochwassermarken finden sich hier an vielen Stellen, doch vor allem die alten Fachwerkhäuser haben schon einige miterlebt. © Stephanie Zang
Hochwassermarken finden sich hier an vielen Stellen, doch vor allem die alten Fachwerkhäuser haben schon einige miterlebt. © Stephanie Zang
Der berühmte Doktorwein soll seinerzeit dem Bischof Boemund das Leben gerettet haben. Heute zählt er zu den teuersten Weinen der Welt. © Stephanie Zang
Der berühmte Doktorwein soll seinerzeit dem Bischof Boemund das Leben gerettet haben. Heute zählt er zu den teuersten Weinen der Welt. © Stephanie Zang

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